Ente

Ausstellungen Travemünde und
Schleswig-Holstein September 2017

 

noch bis 03. September 2017

Kaltwassserkorallenriffe in unseren Meeren

Kaltwasserkorallenriff © Tomas LundälvKorallen lassen an Strände und Palmen, an azurblaues Wasser und die bunte Unterwasserwelt der Tropen denken.
Überraschend ist, dass es manche Korallenarten kalt und dunkel mögen und dass sie in den Tiefen der Ozeane leben.

Die Schau Kaltwassserkorallenriffe in unseren Meeren, die die Schwerpunkt-Ausstellung des Museums für Natur und Umwelt im ersten Halbjahr des kommenden Jahres darstellt, präsentiert die Vielfalt, Schönheit und Bedeutung von Kaltwasserkorallen.

In den Tiefen des Nordatlantiks von Norwegen bis zu den Azoren sind sie Baumeister eines einzigartigen Lebensraumes.
Die Jahrtausende alten Riffe mit ihren verschiedenartigen Bewohnern werden erst seit den 1990er Jahren intensiv erforscht. Die „Korallendickichte“ der Riffe bieten einer Vielzahl von Lebewesen Schutz und Nahrung. So sind sie z.B. der Laichgrund und die Kinderstube vieler Fischarten. Krebse, Tiefsee-Seeigel oder Schlangenseesterne finden reiche Nahrungsgründe.

Über 4000 Arten konnten bereits in den Kaltwasserkorallenriffen bestimmt werden – und bei jedem Tauchgang entdecken die Meeresforscher neue. Mit ihrer Vielfalt und ihrem Artenreichtum stehen Kaltwasserkorallenriffe den tropischen Flachwasserriffen nur wenig nach.

Weil es in ihrem Lebensraum finster ist, ernähren sich die Kaltwasserkorallen anders als ihre tropischen Verwandten. Mit ihren klebrigen Tentakeln fangen sie Plankton und organische Partikel, die ihnen die Strömung zutreibt. Eindrucksvolle Kaltwasserkorallenriffe mit erstaunlichen Ausmaßen wachsen an den Kontinentalhängen und Seebergen – wo die Strömung stark ist.

In der Ausstellung kann der Besucher zwischen überdimensionalen Korallennachbildungen in die Tiefsee „eintauchen“. Originale Exponate von Forschungstauchgängen z.B. von Riff bildenden Kaltwasserkorallen und anderen erstaunlichen Lebewesen bereichern die Schau.
Spannende Filme ermöglichen Blicke in eine unbekannte verborgene Welt. Faszinierende Bilder geben dem Besucher einen lebhaften Eindruck der Unterwasserwelt in den Tiefen.

Eine Gefahr für Kaltwasserkorallenriffe stellt die Fischindustrie dar. Bodenschleppnetze, die heute bis in 1500 Metern Tiefe reichen, können die Korallen und damit die fragilen Lebensräume großflächig zerstören. Sie pflügen über den Meeresboden und hinterlassen innerhalb kürzester Zeit eine Schneise der Verwüstung in zum Teil Jahrtausende alten Riffen, kritisieren Umweltschützer.

In der Ausstellung wird über diese schädlichen Einflüsse informiert, auch das Thema „Plastikmüll im Meer“ wird aufgegriffen. Zugleich wird aufgezeigt, wie der Korallengürtel in europäischen Meeren geschützt werden kann.

Der WWF, der an der Konzeption der Ausstellung beteiligt war, engagiert sich für einen umfassenden Schutz der Korallen und für umweltschonende Fischereimethoden. Die Organisation konnte bereits einige Regierungen zum Umdenken bewegen. So stellte Norwegen das größte bislang bekannte Kaltwasserkorallenriff vor den Lofoten unter Schutz. Auch die irische Regierung kündigte die Einrichtung von Schutzzonen an.

Kaltwassserkorallenriffe in unseren Meeren ist eine Wanderausstellung des Deutschen Meeresmuseums (DMM), des World Wide Fund For Nature (WWF) und des Forschungsinstitutes Senckenberg am Meer, Wilhelmshaven.

Die Ausstellung ist zweisprachig (englisch / deutsch).

Öffnungszeiten:
Di – Fr 09:00 – 17:00 Uhr und Sa – So 10:00 – 17:00 Uhr
montags geschlossen

Eintritt:
Erwachsene | Ermäßigte | Kinder:
6 | 3 | 2 €

Ort: Museum für Natur und Umwelt, Musterbahn 8, 23552 Lübeck
www.museum-fuer-natur-und-umwelt.de

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Foto © Tomas  Lundälv, Universität Göteborg


noch bis 03. September 2017

Pierre Schumann (1917-2011)
– Marmor und Bronze

Pierre Schumann, Vogelschwarm, 1978, Carrara-MarmorIn diesem Jahr wäre der bekannte Bildhauer Pierre Schumann, der viele Jahre in der Nähe von Eutin lebte und arbeitete, 100 Jahre alt geworden. Für das Ostholstein-Museum ist dies der Anlass, ihm und seinem facettenreichen Werk eine Ausstellung zu widmen. Zahlreiche klein- und mittelformatige Arbeiten sollen zeigen, wie meisterhaft er in der figürlichen und abstrakten Formgebung mit Marmor und Bronze umging.

Pierre Schumann  gehörte zu den bedeutenden Künstlern seiner Zeit und unterhielt ab 1976 viele Jahrzehnte lang sein Atelier in Sagau in der Nähe von Eutin. 1917 in Heide geboren, arbeitete er zuerst als Steinmetz. Nach dem 2. Weltkrieg absolvierte er ab 1947 eine fundierte Ausbildung an den Hochschulen für Bildende Künste in Hamburg bei Edwin Scharff und in Stuttgart bei Otto Baum. Anschließend lebte er viele Jahre in Itzehoe und Hamburg, hielt sich regelmäßig aber auch in Paris und Italien auf, um dort zu arbeiten.

Pierre Schumanns Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland; so auch im öffentlichen Raum im ostholsteinischen Kreisgebiet von Fehmarn bis Bad Schwartau sowie darüber hinaus z. B. in Schleswig und München. In zwei Ausstellungen konnte das Ostholstein-Museum bereits in den Jahren 1990 und 2002 das umfangreiche, vielseitige Werk des Bildhauers einem breiten Publikum zeigen.

Pierre Schumanns Werk ist vor allem durch die Themenkomplexe Mutter und Kind, Frauenfigurationen, herbe Natur und Tiere geprägt, die sowohl in Bronze als auch vor allem in dem markanten Carrara-Marmor ihren Ausdruck fanden. Bis heute faszinieren seine Skulpturen den Betrachter in ihrer Formensprache und künstlerischen Verarbeitung.

Öffnungszeiten:
Di – Fr 11 – 17 Uhr, Sa, So, feiertags 10 – 17:30 Uhr

Eintritt: 5,00 €, ermäßigt 2,50 €

Ort: Ostholstein-Museum Eutin, Schlossplatz 1, 23701 Eutin
www.oh-museum.de


noch bis 10. September 2017

„Alte Neustadtbilder. Strand und Me(e)hr“

Fischer auf einem Kutter im Neustädter HafenNeustadt wie es früher einmal war:
Thomas Schwarz, Ulrike Gollan-Lambeck und Hans-Jürgen Weßlin haben mehrere Hundert „neue“ alte Bilder aus privaten Archiven, Familienalben etc. zusammengetragen und zeigen sie vom 01. April bis 10. September im zeiTTor.

Der Titel „Alte Neustadtbilder. Strand und Me(e)hr“ verrät den Schwerpunkt: Es geht vor allem um Pelzerhaken, Rettin, Strand und den Neustädter Hafen.

Daneben werden auch alte Bilder u. a. mit den Themen „Menschen“, „Stadtansichten“, „Ereignisse“ und „Bauwerke“. Die Bilder sind selten datiert, noch seltener beschriftet. Das ist beabsichtigt, denn so können unsere Gäste miteinander ins Gespräch kommen, über die Fotos sprechen, also „klönen“ und „schnacken“, und Erinnerungen austauschen.

Gruppen können außerdem auf Wunsch Veranstaltungen buchen, z. B. im Rahmen von Klassentreffen oder Nachbarschafts- bzw. Straßenfesten.

Öffnungszeiten:
Ostern bis Oktober
Dienstag – Samstag: 10:30 – 17:00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 14:00 – 17:00 Uhr

November bis Ostern
Samstag und Sonntag: 14:00 – 17:00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: 3,50 €
Erwachsene mit Ermäßigung 2,50 € (z. B. mit der ostseecard*)
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt

Ort: zeiTTor, Haakengraben 2-6, Navi: Vor dem Kremper Tor
23730 Neustadt in Holstein, Tel. 04561-619305
www.zeittor-neustadt.de


noch bis 24. September 2017

Lebenslange Leidenschaften
Private Sammlungen im Besitz des St. Annen-Museums

Haushaltskaffeemaschinen vor 1949 © St. Annen-Museum - Fotoarchiv der Hansestadt LübeckVier Menschen und ihre Lust am Sammeln ziehen die Besucher ab 26. März 2017 in ihren Bann.

Die Sonderausstellung Lebenslange Leidenschaften zeigt kuriose Alltagsgeräte aus Knochen aus dem 18. und 19. Jahrhundert (Sammlung Klaus G. Glüsing), edle Gold- und Silberschmiedekunst (Sammlung Erich Trautsch), wertvolles Meissener Porzellan (Sammlung C. J. Heinrich) und Elektrogeräte aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Sammlung Angelika Jensen).

Einige spektakuläre Neuerwerbungen und Kunstgegenstände aus dem Altbestand der 300-jährigen Museumssammlung ergänzen die Schau.

Sammlung Klaus G. Glüsing

Einzigartig und überregionaler Anlaufpunkt für die kulturhistorische Forschung ist die Knochensammlung des Kieler Juristen Klaus G. Glüsing.

Auf den ersten Blick hat es den Anschein, als seien die kunstvollen und fragilen Gegenstände aus kostbarem Elfenbein gefertigt. Doch der Eindruck täuscht. Eine genaue Betrachtung der Oberfläche zeigt die Porenstruktur von Knochen, zumeist Rinderknochen: Knochen, das Elfenbein des kleinen Mannes.

Klaus G. Glüsing hat innerhalb von 30 Jahren die wohl deutschlandweit größte Privatsammlung von Geräten aus Knochen des 18. und 19. Jahrhunderts zusammengetragen. Zu sehen sind Ess- und Kochgeräte, Mode- und Schmuckartikel, Handarbeitsutensilien, Hygienebedarf, Spiele, Souvenirs und Nippes.

Sammlung Erich Trautsch

Edle Meisterwerke der Lübecker Gold- und Silberschmiedekunst hat der Lübecker Erich Trautsch zusammengetragen.

Die Lübecker Goldschmiede waren einst berühmt für die hohe Qualität ihrer Arbeiten. Doch nur ein Bruchteil der Silbergeräte aus den vorigen Jahrhunderten hat sich erhalten. Denn gerade wegen ihres Edelmetallwertes boten sich Goldschmiedearbeiten in Notzeiten zum Eintauschen und Einschmelzen an.

Das St. Annen-Museum bewahrt den Großteil der heute noch bekannten Silberobjekte mit der Lübecker Stadtmarke, dem Doppeladler.

Auslöser der Sammelleidenschaft war bei Erich Trautsch eine Hansekanne von etwa 1580, die in den 1960er Jahren zum Kauf stand und 900 DM kostete. Das Museum konnte sich den Erwerb nicht leisten. Aus langjähriger Verbundenheit mit dem Museumsrat erwarb Trautsch das Stück, um es für Lübeck zu sichern. Und sammelte anschließend weiter.

Sammlung C. J. Heinrich

Wertvoll und rar ist das Porzellan aus der Manufaktur Meissen, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Nachahmung des chinesischen Porzellans entstand. Das reizte auch die Sammelleidenschaft des Kunstfreundes C. J. Heinrich.

Schon 1994 und zuletzt 2016 schenkte er dem Museum einige Ensembles. Sie zeigen den engen Zusammenhang zwischen asiatischem Porzellan und den frühen Errungenschaften der Manufaktur Meissen im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts: Phantasievolle chinesische Alltagsszenen und traditionelle japanische Dekore schmücken diese Service.

Einen zweiten Schwerpunkt setzte C.J. Heinrich auf Ansichtstassen des frühen 19. Jahrhunderts mit Motiven aus Thüringen und Sachsen.

Sammlung Angelika Jensen

Der vierte Teil der Ausstellung zeigt Elektrogeräte aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung Angelika Jensen.

Die passionierte Sammlerin von Alltagsgegenständen hat in ihrem Leben viele Sparten der Alltagskultur durchmessen, deren Zeugnisse vor der Vernichtung gerettet und norddeutschen Museumssammlungen geschenkt.

Dem St. Annen- Museum übergab sie 1999 rund 200 elektrische Geräte.
Diese schlichten Haushaltshelfer offenbaren dem Betrachter ihren großen ästhetischen Reiz. Zugleich sind sie Ikonen der Designgeschichte.

Öffnungszeiten:
01.01. – 31.03.2017
11:00 – 17:00 Uhr

01.04. – 31.12.2017
10:00 – 17:00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: 7 €, Ermäßigte: 3,50 €, Kinder: 2,50 €

Ort: St. Annen-Museum, St. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck
www.st-annen-museum.de

Foto © St. Annen-Museum – Fotoarchiv der Hansestadt Lübeck


noch bis 24. September 2017

PLAYMOBIL-Spielgeschichte(n)
Sammlung Oliver Schaffer

Plakat PLAYMOBIL-Ausstelung im Ostholstein-Museum EutinDie Sommerausstellung im Ostholstein-Museum widmet sich einem bedeutenden Stück deutscher Spielgeschichte und lässt Kinderalltag lebendig werden: Gemeinsam mit dem Hamburger Sammler Oliver Schaffer präsentiert das Museum die kunterbunte Vielfalt von PLAYMOBIL.

Auf großen Tischflächen kämpfen Ritter, wird vor einer Stadtkulisse des 19. Jahrhunderts geheiratet, Urlaub an der Küste verbracht, im Wilden Westen gelebt und vieles mehr. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Mit rund 5.000 PLAYMOBIL-Figuren werden von dem versierten Sammler fantastische Erlebnisszenerien gestaltet, die große und kleine Besucher in eine bemerkenswerte, überraschende und faszinierende PLAYMOBIL-Welt eintauchen lassen.

Der Hamburger Sammler Oliver Schaffer wuchs in Kiel auf, war als Kind begeisterter Zirkus-Fan und spielte natürlich auch mit PLAYMOBIL. Später zog Schaffer nach Hamburg, wo er studierte und Musicaldarsteller wurde. Nachdem er jahrelang an den Musicaltheatern Deutschlands gastierte, zog es ihn als Casting Supervisor für AIDA Cruises zurück nach Hamburg. Heute ist Schaffer erfolgreicher Ausstellungsmacher, zeigte einen Teil seiner Sammlung 2009 im Pariser Musée des Arts décoratifs im Westflügel des Louvre und besitzt mit mehr als 20.000 Figuren und über 100.000 Einzelteilen die größte PLAYMOBIL-Schausammlung der Welt.

Die Ausstellung, die von der Sparkassen-Kulturstiftung Ostholstein unterstützt wird, wird von einem vielseitigen Programm mit regelmäßigen Führungen, PLAYMOBIL-Sprechstunde, Spieltischen, Gewinnspiel und vielem mehr begleitet.
Außerdem gibt es zur Ausstellung für Kindergärten und Schulklassen aus dem Kreis Ostholstein ein museumspädagogisches Programm, das von der Sparkassen-Stiftung Ostholstein gefördert wird. Die Ausstellung findet statt mit freundlicher Unterstützung von PLAYMOBIL.

Öffnungszeiten:
Di – Fr 11 – 17 Uhr, Sa, So, feiertags 10:00 – 17:30 Uhr

Eintritt: 6 €, erm. 5 €
Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche 3 €

Ort: Ostholstein-Museum Eutin, Schlossplatz 1, 23701 Eutin
www.oh-museum.de


noch bis 01. Oktober 2017

– just moments –
Renate Straatmann

Renate Straatmann - GriftenRenate Straatmann zeigt in ihrer Ausstellung – just moments – abstrakte Bergwelten und Landschaften in mintgrün, maritime und mediterrane Sehnsuchtsorte, Küsten, Wasserwelten und Schiffe.

Die 16 groß- und kleinformatige  Bilder der Ausstellung sind abstrakte Darstellungen der von ihr wahrgenommenen Natur und Begegnungen. Jedoch wird in jeder ihrer abstrakten Arbeiten die Verbindung zum Realen deutlich. Die Künstlerin zeigt damit eine spannungsreiche Interaktion von dem Gesehenen und tatsächlich Gemalten, von haptisch Erfahrbarem und emotional Berührtem.

Die gespachtelten und gepinselten Arbeiten in Acryl-Mischtechnik verbinden oft reale Details mit einer beeindruckenden, gewaltigen Farbführung und offenbaren bei jedem Hinsehen neue Details, die das Gesamtbild nacheinander komplettieren.

26.08.2017: Lübecker Museumsnacht ab 18:00 Uhr. Der Abend wird vom Gitarristen Harald Reinecke mit seinen „Smooth-Jazz-Interpretationen“ gestaltet und es wird auch wieder frisch zubereitete kleine Speisen für den kleinen Geldbeutel geben.
Die Künstlerin wird anwesend sein.

Öffnungszeiten:
Mi 15:00 – 18:00 Uhr
So 11:00 – 13:00 Uhr

Eintritt: frei

Ort: Bistro Galerie Balsamico, Essigfabrik, Kanalstr. 26-28, 23552 Lübeck

www.renate-straatmann.de


noch bis 01. Oktober 2017

Sonderausstellung
„Tiere, die die (Um-)Welt verändern“

Plakat Ausstellung "Tiere, die die (Um-)Welt verändern" im EiszeitmuseumAm 06. Juli 2017 eröffnet das Schleswig-Holsteinische Eiszeitmuseum, Nienthal 7 in Lütjenburg, die neue Sonderausstellung „Tiere, die die (Um-)Welt verändern“ in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ökosystemforschung der Universität Kiel (Prof. Hans-Rudolf Bork).

Die Posterausstellung zeigt bis Oktober einige markante Beispiele und Folgen einer von Menschen verursachten biologischen Globalisierung.

Seit dem Beginn der transozeanischen Seefahrten haben Menschen bewusst und unbewusst zahlreiche Tierarten von Kontinent zu Kontinent transportiert – entweder als Nutztiere, manchmal als vermeintliche Schädlingsregulierer oder häufig als blinde Passagiere.

Diese Neubürger („Neozoen“) haben die neu besiedelten Ökosysteme und damit auch die Umwelt des Menschen dramatisch verändert.

Öffnungszeiten:
Mai – September: Mo – So 10:00 – 18:00 Uhr
Oktober – April: Di – So 11:00 – 17:00 Uhr

Eintritt: Erwachsene 4 €, Kinder 2 €

Ort: Schleswig-Holsteinisches Eiszeitmuseum, Nienthal 7 an der L165, 24321 Lütjenburg
www.eiszeitmuseum.de


noch bis 08. Oktober 2017

Stroh, kostbar wie Gold.
Lübecker Strohmarketerien des 18. Jahrhunderts

Strohschachtel von Carl Hinrich Hering © St. Annen-Museum Lübeck_FotoarchivStroh – ein so billiges Material soll kostbar sein wie Gold?

Im St. Annen-Museum erbringt die Kabinettausstellung Stroh, kostbar wie Gold. Lübecker Strohmarketerien des 18. Jahrhunderts den Beweis:
Aus einfachen Strohhalmen stellte der Lübecker Carl Hinrich Hering um 1710 bis 1730 so wunderschön verzierte Kästchen und Dosen her, dass sie als Liebesgaben begehrt waren und als Kuriosa fürstliche Kunst- und Wunderkammern bereicherten.

Heute sind nur wenige der Stroharbeiten aus der Werkstatt des ab 1694 in Lübeck aktenkundigen Meisters Carl Hinrich Hering erhalten. Ein gutes Dutzend solcher Arbeiten in Form kleiner Dosen und größerer Schatullen, Bildtafeln und Schmuckkästchen besitzt allein das St. Annen-Museum. Dass die hochempfindlichen Arbeiten nun aus dem Depot des Museums ans Licht der Öffentlichkeit geholt werden, hat einen besonderen Anlass: die Erwerbung eines spektakulären Kabinettschranks, das mit 13 bildlichen Szenen von Elementen, Liebespaaren und Tugenden – filigran aus gebügelten Strohhalmen geschnitten – wie mit Furnier belegt ist.

Die Besonderheit der empfindlichen Kunstobjekte liegt in den zusammengesetzten bildlichen Szenen und ornamentalen Verzierungen aus eingefärbten, geplätteten und im Formen geschnittenen Strohhalmen. Sie werden passgenau auf einen Holzkorpus aufgeleimt, ähnlich wie bei Rokoko-Möbeln mit Marketerie-Furnier, und wirken wie Gemälde. Der goldene Schimmer der polierten und eingefärbten Halme machten diese Lübecker Spezialität berühmt, so dass einige Stücke sogar Eingang in die im Barock so beliebten Kunst- und Wunderkammern fanden. Dort werden sie z. T. heute noch museal präsentiert, wie etwa in Kassel, Braunschweig und Hannover.

Typisch für Werke aus der Hering-Werkstatt sind die emblematischen Szenen mit Sinnsprüchen, die sich der Funktion oder dem Anlass entsprechend deuten lassen: Die meisten solcher Kästchen sind wohl Liebesgaben gewesen. Ein sensationeller Fund in Lübecker Privatbesitz, eine Bibel von 1714 mit Strohmarketerie von C. F. Hering, ist ein Highlight der Präsentation.

Den goldfarbenen Glanz der Dosen und Kästchen aus dem Museumsdepot, die nun gemeinsam mit dem neuen Hauptstück ihrer Objektgruppe, dem Kabinettschränkchen, im St. Annen-Museum gezeigt werden, haben Potsdamer Studierende der Fachrichtung Restaurierung wieder hervorgeholt und die ursprünglichen goldenen Schimmer so wieder erfahrbar gemacht.
Die Ergebnisse der Konservierungsarbeiten und ein Werkverzeichnis der Hering-Werkstatt werden in einer reich bebilderten Begleit-Publikation mit vier wissenschaftlichen Aufsätzen (144 S., ca. 200 Farbabb., 8,00 €) dokumentiert, die im St. Annen-Museum erhältlich ist.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr

Eintritt: Erwachsene 7 €, Ermäßigte 3,50 €, Kinder 2,50 €

Ort: St. Annen-Museum, St. Annen-Straße 15, 123552 Lübeck
www.st-annen-museum.de

Foto © St. Annen-Museum Lübeck_Fotoarchiv


noch bis 15. Oktober 2017

Zwischen den Zeilen
Die Kunst von Alice Teichert
im Dialog mit dem Mittelalter

Alice Teichert - landing © Archiv Alice TeichertIn der Kunst Alice Teicherts geht es um das universelle und intuitive Verstehen.
Ihre Bilder besitzen eine unendliche Tiefe, große Leuchtkraft und eine unmittelbare Verbindung zur Musik: Vom 18. Juni bis zum 15. Oktober sind im Museumsquartier St. Annen in Lübeck rund
65 Werke der kanadischen Künstlerin mit europäischen Wurzeln zu sehen.

Ihre Arbeiten korrespondieren mit 19 kostbaren und sehr selten gezeigten Handschriften des Archivs und der Stadtbibliothek Lübeck sowie mit den Altären des St. Annen-Museums.
Die Ausstellung ist zugleich die erste große Retrospektive in Europa. Die Malerin hat sich von jeher intensiv mit der alten Kunst auseinandergesetzt und sich von ihr inspirieren lassen.

Mit Linien, Formen und Farben lässt Alice Teichert eine Welt entstehen, die auf den ersten Blick scheinbar leicht verständlich ist. Bei genauerem Hinsehen jedoch entfaltet sich eine vielschichtige Welt, der sie immer wieder neue Formen verleiht. Dabei begibt sie sich in sprach- und gegenstandslose Sphären, um tiefer in das Sujet, die Bildsprache, die Schrift, die Zeichen und die Farbe einzudringen und sie zu erforschen.

Bei Alice Teichert geht es darum, die Kunst lesen zu lernen und zwar mit Mitteln des universellen Verstehens, abseits von Bild-, Sprach- und Kommunikationscodes, von Verstand und Wissen. Es geht um das Erspüren von Inhalten, bevor ein Gedanke in Worten erfassbar wird.
Alice Teichert lehrt uns die Bildhaftigkeit der Sprache und die Bedeutung der Räume dazwischen. Das, was sprichwörtlich „zwischen den Zeilen“ geschieht, ist für sie von besonderem Interesse: Sie
macht die Stille zwischen den Zeichen sichtbar, aber auch die Zwischentöne, die für jede Art von Kommunikation wesentlich sind.
Diese Annäherung geschieht auf empirischem Wege ebenso wie auf philosophischer oder naturwissenschaftlicher Basis. Stets bezieht sie die Erfahrungen ihres täglichen Lebens in die Entwicklung ihrer Kunst und in ein neues Bewusstsein ein. Das Gehirn wird zu einem Erinnerungsspeicher unendlicher Sinneseindrücke und von Gedankenschichten, die in visuelle Poesie übersetzt werden.

Wie lässt sich aber nun diese Theorie konkret in ihren Werken fassen?
Welche Schritte ist sie gegangen und wohin wird die Reise gehen?
Die Ausstellung wirft einen Blick auf ihre Werke und erfasst gleichermaßen ihre Vielfalt wie ihre Einheit. Denn wie auch immer Alice Teichert sich künstlerisch äußert, sei es in graphischen Arbeiten, in der Malerei, in der Poesie oder in Installationen, es geht stets um die Annäherung an das nicht körperlich Fassbare, das uns dennoch maßgeblich leitet und in Bewegung bringt.

Dabei setzt sie sich auch seit jeher intensiv mit alter Kunst auseinander und lässt sich von ihr inspirieren. Vor allem die mittelalterliche Buchmalerei ist für sie spannend. Sie studierte eingehend den Aufbau alter Handschriften ebenso wie ihre Bedeutungsebenen und die Liebe der Buchmaler und -schreiber zum Detail.
So werden aufwändige Initialmalereien wie beispielsweise in Evangeliaren für sie ebenso zur visuellen Poesie, wie die für uns zum Teil heute nicht mehr lesbaren alten Minuskeln. Auch die Aufteilung einer Bild- und einer Textseite, wie wir sie etwa aus Stundenbüchern des 15. Jahrhunderts kennen, findet der Betrachter in ihren “Buch-Malereien“ wieder. Alice Teichert lädt sie jedoch mit einem vollkommen eigenen Bedeutungsgehalt auf und tritt so in einen spannenden Dialog mit den alten Handschriften. Gerade in der direkten Zusammenschau wird die enge Korrespondenz
zwischen den alten Handschriften einerseits und ihren Bildern und Graphiken andererseits deutlich.
Auch ihre enge Beziehung zur Musik und der Notenschrift lässt sich hier ablesen.

Und schließlich lässt sich eine weitere Parallele finden, von der die Künstlerin immer wieder fasziniert ist: den zahlreichen Buchdarstellungen in der alten Kunst. Auch auf vielen Altären des St. Annen-Museums findet man geöffnete Bücher in den Händen der Figuren. Sie zeigen scheinbar Schriftzeichen und Texte, die aber zumeist ebenso wenig lesbar und entzifferbar sind wie jene von Alice Teicherts „Schriftzeichen“, die zu einem ihrer Markenzeichen geworden sind. Hier wie dort versteht man erst, wenn man aufhört „entziffern“ zu wollen.

So wird in dieser Crossover-Ausstellung deutlich, dass auch zeitgenössische Kunst nicht isoliert geschaffen wird, sondern in einem Kontext steht. Alice Teichert lässt sich von unseren kulturellen Wurzeln inspirieren und zeigt uns, wie aktuell diese sein können.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10:00 -17:00 Uhr

Eintritt: 12 €, ermäßigt 10 €, Kinder 6 €

Ort: St. Annen-Museum, St. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck
www.st-annen-museum.de

Foto © Archiv Alice Teichert


noch bis 28. Oktober 2017

Sams & Co. im Rampenlicht.
Das Figurentheater & Paul Maar

Das Sams vom ungarischen Theater Mesebolt Bábszínház Das Sams, die Opodeldoks, die Familie Gutbrod, ein süßigkeitenplünderndes Untier und ein König in der Kiste: Die Figuren des Schriftstellers Paul Maar (*1937) haben den Sprung aus dem Buch ins Figurentheater geschafft. Paul Maar, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, prägt die Kinderliteratur und das Kindertheater mit seinen Romanen, Theaterstücken und Gedichten seit über 40 Jahren. Sein Erzähltalent und sein Sprachwitz begeistern kleine wie große Leser/innen und Zuschauer/innen.

Figurentheater in Deutschland, Österreich, Ungarn und Polen haben seine Werke für sich entdeckt und inszeniert. Die Ausstellung im TheaterFigurenMuseum zeigt anhand von Tischfiguren, Marionetten, Stabfiguren, Handpuppen, Objekten, Szenenfotos sowie Filmausschnitten, wie Figurentheater die Geschichten Maars umsetzen.

Damit setzt das TheaterFigurenMuseum die erfolgreiche Reihe seiner Sonderausstellungen zum Thema Figurentheater und Kinderliteratur fort. Die Kinderliteratur ist eine der wichtigen Quellen des zeitgenössischen Figurentheaters. Bei Paul Maar sind es vor allem seine fantastischen und märchenhaften Geschichten, die die in dieser Ausstellung vertretenen Figurentheater inspirierten. In dieser Auswahl verbinden sich in idealer Weise Tradition und Modernität, denn Märchenstoffe gehören einerseits zum traditionellen Repertoire der Figurentheater, andererseits liest Paul Maar die Märchen häufig gegen den Strich und bietet überraschende Neuinterpretationen bekannter Motive: Im Theaterstück Der König in der Kiste setzen sich zwei Könige gegen eine böse Hexe zur Wehr. Überraschend ist aber ihre Haltung, denn das Musizieren ist den beiden ebenso wichtig wie das Regieren. Und in dem ironisch-komischen Kinderbuch In einem tiefen, dunklen Wald gibt es vegetarische Ungeheuer und Prinzessinnen, die von zu Hause ausziehen und den Lauf der Dinge selbst in die Hand nehmen.

Inspiriert durch die Doppelbegabung Paul Maars als Schriftsteller wie auch als Zeichner, der einigen seiner Figuren – allen voran dem Sams – auch ihre äußere Gestalt gab, setzt die Ausstellung einen weiteren Schwerpunkt auch auf Figurenentwürfe. Diese geben einen Einblick in die planerische und kreative Arbeit der Figuren- und Bühnenbildner.

Kurze Filmausschnitte der Opodeldoks-Inszenierung der Augsburger Puppenkiste und der ungarischen Sams-Inszenierung runden die Ausstellung ab. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein breit gefächertes Rahmenprogramm. Weitere Informationen dazu auf der Internetseite www.theaterfigurenmuseum.de

Öffnungszeiten des Museums:
Montag – Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr

Eintritt: 7 €, ermäßigt 3,50 €, Kinder 2,50 €

Ort: TheaterFigurenMuseum, Kolk 14, 23552 Lübeck
www.theaterfigurenmuseum.de


noch bis 29. Oktober 2017

Schmieden – Hobby und Leidenschaft

Drache © Felix IrmscherAus der Welt des alten Handwerks zeigen Felix und Moritz Irmscher kunstvolle und nützliche Werke.

Schmiedekunst – ein faszinierendes und traditionsreiches Handwerk: Seit Jahren wird das Schmiedehandwerk im Lübecker Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk in Workshops und Mitmachaktionen mit großem Erfolg betrieben und seine Traditionen weitergeben – Zeit, sich diesem besonderen Handwerk mit der verdienten Aufmerksamkeit zu widmen!

In der neuen Sonderausstellung zeigt das Industriemuseum eine Vielzahl von kuriosen, faszinierenden und ungewöhnlichen Kunstwerken und Gebrauchsgegenständen aus dem Schmiedehandwerk.

Das vor etwa 3800 Jahren entstandene Schmiedehandwerk ist einer der ältesten Berufe der Menschheitsgeschichte, da zu seiner Beherrschung grundsätzlich keine komplizierte Technik benötigt wurde. Jedoch waren stets Erfindergeist und Experimentierfreudigkeit notwendig, um immer wieder neuere und qualitativ hochwertigere Werkstücke zu erzeugen. Schmiede waren allzeit wegen ihres Ideenreichtums auch als Problemlöser, insbesondere von technischen Herausforderungen gefragt. Der heute noch übliche Begriff „Ideenschmiede“ zeugt von dieser Tradition.

Bis ins späte 20. Jahrhundert war der Schmied im ländlichen Raum unverzichtbar, da er sehr vielseitige Erzeugnisse anbieten konnte. Er war Schlosser, Hufschmied, Werkzeughersteller, Beschlagschmied für Wagen und immer wieder auch Kunstschmied in einer Person. Damit war ein Schmied einer der angesehensten Männer im Dorf. Um hohe Kunstfertigkeit im Schmiedehandwerk zu erreichen, ist neben einer guten Ausbildung die eigene, langjährige praktische Erfahrung wichtig. Dank ihres Erfindungsreichtums haben Schmiede Hilfsmittel entwickelt, die ihnen die schwere körperliche Arbeit erleichtern sollen. Beispiele hierfür sind mit Wasserkraft, später auch mit Dampf und Motoren betriebene Hämmer.

In der heutigen Zeit haben sich modernere und rentablere Techniken durchgesetzt und den Schmiedeberuf verdrängt. Dadurch gehen immer mehr Erfahrungen und praktische Fähigkeiten verloren. Diejenigen, die sich weiterhin mit der Geschichte des alten Handwerks auseinandersetzen, sind sich einer gewissen Verantwortung bewusst, ihr Wissen um die althergebrachten traditionsreichen Arbeitsweisen an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Die Vermittlung dieses Wissens steht auch für Felix und Moritz Irmscher, deren kunstfertige Exponate in der Ausstellung zu sehen sind, im Vordergrund. Die beiden erfahrenen Schmiede bieten seit ca. 2015 die erfolgreichen Schmiedeworkshops „Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist“ im Industriemuseum an und begeistern so für ihr Handwerk. Felix und Moritz Irmscher wenden bei ihren Arbeiten alte Techniken an, um das Eisen möglichst ohne Winkelschleifer und Schweißgerät zu bearbeiten.

Im Laufe der Jahre ist eine Vielzahl von teils nützlichen, teils kuriosen und ungewöhnlichen Kunstwerken entstanden, die nun im Industriemuseum ausgestellt werden.
Die Ausstellung informiert darüber hinaus umfassend in Schrift und Bild über die Schmiedekunst.
Handwerkzeuge und Materialien, die für das Schmiedehandwerk notwendig sind, runden die Ausstellung ab.

Öffnungszeiten:
Freitag 14:00 – 17:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr

Eintritt: Erwachsene 4 €, Ermäßigte 2 €, Kinder und Jugendliche (ab 6 J.) 2 €

Ort: Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk, Kokerstr. 1-3, 23569 Lübeck
www.geschichtswerkstatt-herrenwyk.de

Foto © Felix Irmscher


noch bis 19. November 2017

„What a family!“ Die Manns von 1945 bis heute

Leonie Mann in den 1940er Jahren © Akademie der Künste Berlin, Heinrich-Mann-ArchivDie Zugehörigkeit zu einer berühmten Familie bietet nicht nur Vorteile, sie kann auch eine Bürde sein.

Die Kinder der Schriftsteller Heinrich Mann (eine Tochter) und Thomas Mann (drei Töchter, drei Söhne) sind mit dem Schatten, den ihre erfolgreichen Väter warfen, sehr unterschiedlich umgegangen.

Die Sonderausstellung „What a family!“ Die Manns von 1945 bis heute, die ab 25. Juni 2017 im Buddenbrookhaus zu sehen ist und neue Formen der Vermittlung im Hinblick auf den Umbau des Hauses erprobt, widmet sich den Nachfahren, zeichnet ihre Lebenswege nach und beleuchtet die Verbindungen der Verwandten untereinander.

Es ist eine intime, zutiefst menschliche Ausstellung: Sie wirft einen Blick hinter die Kulissen der berühmten Familie Mann und schenkt Einblicke in die Lebenswege und -entscheidungen der sieben Kinder:
Es geht um Persönliches, etwa um Klaus und sein Gefühl der Heimatlosigkeit, um Monika und ihre ewige Außenseiterstellung in der Familie. Es geht um Erika und ihr kompliziertes Verhältnis zum Vater. Und um Elisabeth, die von den Geschwistern als „Präsidentin der Welt“ verspottet wurde. Die Ausstellung beschäftigt sich mit Michael und dessen gescheiterter Musikerkarriere, mit Golo und dessen Homosexualität.
Und schließlich betrachtet sie auch das einzige Kind von Heinrich Mann: Leonie, aus Heinrichs Ehe mit der Pragerin Maria Kanovä.

Was die Schau außerdem zeigt: Immer wieder ging es bei den Manns auch um die Literatur.

Der Schriftsteller und große Mann-Experte Tilmann Lahme hat die Schau kuratiert. Seinen Blick auf die Schau fasst er so zusammen: „Die Kinder von Heinrich und Thomas Mann suchten ihr Leben lang den eigenen Weg, wollten etwas Eigenes schaffen – und doch kamen sie nur schwer aus dem Schatten der berühmten Väter. Was das bedeutet, soll man in der Ausstellung erkennen und spüren können.“

Öffnungszeiten:
Mo – So 10:00 – 18:00 Uhr

Eintritt: Erwachsene 7 €, Ermäßigte 3,50 €, Kinder 2,50 €

Ort: Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, 23552 Lübeck
www.buddenbrookhaus.de

Foto © Akademie der Künste Berlin, Heinrich-Mann-Archiv


noch bis 26. November 2017

Friedensreich Hundertwasser
WEGE INS PARADIES

Friedensreich Hundertwasser-Irinaland over the Balkans-Farbserigraphie 1971-72 © 2016 NAMIDA AG, Glarus, SchweizFriedensreich Hundertwasser (1928-2000) war eine der bedeutendsten und phantasiereichsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Unter dem Einfluss von Paul Klee und Gustav Klimt entwickelte der österreichische Maler eine Farbenwelt von labyrinthischen Geheimnissen. Und niemals zuvor ist Farbe mit größerem Glanz kühner und einfühlsamer verwendet worden als in den Bildern Hundertwassers.

Hundertwassers Botschaft eines Lebens in Einklang mit den Gesetzen der Natur und sein Streben nach einer individuellen künstlerischen Gestaltung aller Lebensbereiche bildeten die Kernpunkte seines Schaffens.

Sein Anliegen war es, die Schöpfung der Natur mit der Schöpfung des Menschen wieder zu vereinen und der verborgenen Sehnsucht der Menschen nach Vielfalt und nach Schönheit in Harmonie mit der Natur zu ihrem Recht zu verhelfen.

Seine Kunst richtet sich gegen die, aus seiner Sicht, dem puren Rationalismus unterworfenen und verwalteten Lebenswirklichkeit. Gegen die als „geometrisiert“ gescholtene Welt der geraden Linien und rechten Winkel setzte er natürliche Formen. Dem allgegenwärtigen Grau begegnete er durch kraftvolle und leuchtende Farben bis hin zum glänzenden Gold.

Seine Kunst war dabei nie bloße Galerie- oder Museumskunst. Schon sehr früh forderte er, dass Kunst, wenn sie die Welt verändern will, in den Alltag der Menschen eindringen muss.
Wenn er sich daher später intensiv der „angewandten“ Kunst zuwandte und Alltagsgegenstände wie Bucheinbände, Gläser, Tassen, ja Briefmarken und am Ende gar ganze Häuser entwarf, entsprach dies nicht einer Neuausrichtung seiner Bemühungen, sondern setzte den schon zu Beginn seiner Karriere gewählten Weg lediglich konsequent fort: „Ich will den Menschen Dinge geben, die schön und brauchbar sind, die für sie etwas bedeuten und sie bereichern.“

Hundertwasser begriff seine Kunst schon früh als gesellschaftspolitische Intervention. Vor allem seine Plakate zu politischen, sozialen und ökologischen Fragestellungen aus den 1970er und 1980er Jahren verblüffen durch ihre Aktualität:„Heute , wo unsere Existenzgrundlagen verloren gehen, wo wir die Vegetation so sehr vergewaltigt haben (…), wo wir in die größte Krise kommen, die die Menschheit je gehabt hat, wo wir vorfabrizierte Dinge annehmen, sterile Architektur und giftiges Essen, ohne zu revoltieren, weil Geist und Körper sich scheinbar an diese Gifte gewöhnt haben, ist es von eminenter Bedeutung für uns alle, dass es Menschen gibt, die anders denken und anders handeln und anders leben.“ (Hundertwasser, 1981)

Die Ausstellung Friedensreich Hundertwasser — Wege ins Paradies zeigt das Genie dieses Ausnahmekünstlers und die ungeheure Vielfalt seines Schaffens.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11:00 – 17:00 Uhr

Eintritt: 7,00 €, ermäßigt 5,00 €, Gruppen ab 10 Personen 5,00 €

Ort: Ernst Barlach Museum Ratzeburg, Barlachplatz 3, 23909 Ratzeburg
www.ernst-barlach.de

Foto © 2016 NAMIDA AG, Glarus, Schweiz


10. September 2017

Ringelnatz: Kunst und Komik
Ausstellung 10.09.2017 – 01.04.2018

Ringelnatz, Das Urtier © Joachim Ringelnatz-Museum CuxhavenDie Gedichte von Joachim Ringelnatz erfreuen sich seit mehr als 100 Jahren ungebrochener Beliebtheit.

1883 wird der Lyriker als Hans Bötticher im sächsischen Wurzen geboren. Als er seine Verse mit 25 Jahren zum ersten Mal in der Münchener Künstlerkneipe Simplicissimus auf der Bühne vorträgt, ist das Publikum von seinem anarchischen Sprachwitz sofort gebannt. Legendär wird später seine Bühnenfigur des Matrosen Kuttel Daddeldu.

Anders als seine Lyrik ist das bildkünstlerische Werk des reisenden Artisten, als der er sich selbst bezeichnet, deutlich weniger bekannt. Bereits 1905 beginnt er während einer Ausbildung zum Kaufmann in Hamburg erste Ölbilder zu malen. Ab 1922 wendet Ringelnatz sich intensiv der Malerei zu.

Die neue Sonderausstellung Ringelnatz: Kunst und Komik, die ab Sonntag, 10. September 2017, im Lübecker Günter Grass-Haus zu sehen sein wird, nimmt die Malerei als Ausgangspunkt, um der komplexen Persönlichkeit des Künstlers Ringelnatz nachzuspüren, der in seinen Bildern die Absurdität und Zerrissenheit einer sich im Wandel begriffenen Gesellschaft zu bannen versucht.
So öffnet die Ausstellung dem Publikum ein Fenster in die Welt des enigmatischen Artisten und setzt den zu Unrecht meist auf seine humoristischen Verse reduzierten Künstler in Bezug zu den gesellschaftlichen Entwicklungen und künstlerischen Strömungen der 1920er-Jahre. Insgesamt werden rund dreißig Aquarelle, Zeichnungen und Ölgemälde gezeigt.

Die in der Ausstellung Ringelnatz: Kunst und Komik gezeigten Werke sind u. a. Leihgaben des Joachim Ringelnatz-Museums Cuxhaven, das parallel zur Ausstellung im Günter Grass-Haus Werke von Günter Grass als Leihgaben erhält und in der Schau Plappernde Fundsachen präsentiert.

Öffnungszeiten:
01.04. – 31.12.2017
Montag – Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr

01.01. – 31.03.2018
Dienstag – Sonntag 11:00 – 17:00 Uhr

Eintritt: Erwachsene 7,- €
Ermäßigte 3,50 €
Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren 2,50 €
Kinder unter 6 Jahren frei

Ort: Günter Grass-Haus, Glockengießerstraße 21, 23552 Lübeck
www.grass-haus.de


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