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Ausstellungen Travemünde und
Schleswig-Holstein August 2020

 

noch bis 23. August 2020

„Nordic Design. Die Antwort aufs Bauhaus“

Verner Panton – Panton Chair 1960er © Verner Panton Design AGDie Ausstellung zeigt – anknüpfend an die hauseigene Möbelsammlung des St. Annen-Museums – den skandinavischen Weg in die Moderne.

Besonders die große Präsenz der wasser- und waldreichen Natur, das besondere Licht und die ganz eigenen Lebensbedingungen haben die Formensprache des Möbeldesigns im Norden geprägt. Anders als in Deutschland steht nicht die künstlerische Form im Vordergrund, sondern die maßgeschneiderte Lösung für eine Aufgabe. Diese Reaktion der nordischen Länder auf das Bauhaus und auf andere deutsche Kunstschulen und Vereinigungen wird in der Ausstellung mit Werken aus Schweden, Finnland, Dänemark und Norwegen veranschaulicht. „Sie zeigen, wie sensibel Handwerk und Industrie erstmals miteinander verbunden wurden und zu qualitätsvollen Lösungen führten. Besonders spannend ist, wie diese Erkenntnisse aus Kunst, Architektur und Design auch von der Politik verstanden und gefördert wurden“, so Museumsleiterin Dagmar Täube. Neben den landesspezifischen Entwicklungen werden auch übergreifende Themen wie Kindheit, demokratisches Design und Hygge anhand von Wohnaccessoires, Sitz-und Kleinmöbeln präsentiert.

Der schwedische Funktionalismus mit Sven Markelius, Alvar Aalto und die international gefeierten dänischen Designer Hans J. Wegner und Arne Jacobsen sind genauso vertreten wie der Spielzeugdesigner Kay Bojesen oder Peter Opsvik, dessen Kinderstuhl „Tripp Trapp“ sich millionenfach verkauft hat und bis heute vertrieben wird.

In Schweden löst 1930 die große Stockholmer Ausstellung des Schwedischen Kunstgewerbeverbands eine heftige Debatte zwischen Funktionalisten (Funkis) und Traditionalisten (Tradis) aus und trägt auf diese Weise wie kein anderes Ereignis zum Durchbruch der Moderne, auch in den anderen nordischen Ländern, bei. Die ab 1932 regierenden Sozialdemokraten benutzen den Funktionalismus als Strategie für den Aufbau des angestrebten Wohlfahrtsstaates und „Schönheit für alle“ wird nach den Schriften der Sozialreformerin Ellen Key zur Grundlage des schwedischen Designs. Dieses Erbe beansprucht ab den 1960er Jahren Ikea für seine Zwecke und macht die funktionellen Konzepte zum Exportschlager.

Die singulären Lebensbedingungen zwischen Mittsommer- und Polarnächten, aber auch die Schroffheit der Natur inspirieren finnische Gestaltungskonzepte wie die des Designers und Architekten Alvar Aalto. Seine funktionalistischen und organischen Gestaltungslösungen werden zur Grundlage des Wegs der Moderne in Finnland. Auch das finnische Design erobert nach dem zweiten Weltkrieg den internationalen Markt. Alvar Aalto baut in den 1950er Jahren auch in Berlin und Tapio Wirkkala designt für Murano und Rosenthal.

Die dänische Variante des Funktionalismus baute vor allem auf den Qualitäten des edlen Handwerks auf und war weniger „funktionenbasiert“. Kaare Klint, der Vater des dänischen Designs, stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Mit warmen Holztönen, Lederbezügen und weichen Formen kommen Design und Hygge einander näher. Der Designer und Architekt Arne Jacobsen griff früh den internationalen Stil auf, benutzte aber Backstein und Holz zum Bauen, da man in Dänemark wenig Erfahrung mit Beton und Stahl hatte. Das SAS-Hotel, das er mit komplettem Inventar entwarf, ist in seiner äußeren Form eine Interpretation des Lever-House in New York. Das dänische Design orientierte sich nach der Lehre Kaare Klints häufig an Ideen anderer Länder, passte diese aber anschließend an die eigenen Bedingungen an.

Dank der Entwicklung von Kunst- und Schaumstoffen taten sich ab den 1960er Jahren ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten auf. Die poppigen Entwürfe von Verner Panton und Eero Aarnio stehen schließlich für den endgültigen Bruch mit dem Funktionalismus.

Der ausgeprägte Alltagsbezug des nordischen Designs wird auch anhand von Spielzeug und mitwachsenden Möbeln sichtbar. Die Bedürfnisse von Kindern wurden parallel zur Entwicklung reformpädagogischer Ansätze im 20. Jahrhundert zu bestimmenden Faktoren für das Design. Spielzeug sollte hochwertig, schön und einfach sein. Die Holzfiguren von Kay Bojesen spiegeln diese Forderung wieder: Sie sind robust, beweglich und bunt. Der bekannte „Tripp Trapp“ des Norwegers Peter Opsvik ermöglicht Kindern das problemlose Sitzen am Tisch und integriert sie so in den familiären Alltag. Anhand von besonderen Sitzmöbeln wird in der Ausstellung außerdem die Gestaltung moderner Arbeitswelten nach ergonomischen Gesichtspunkten präsentiert.

Die Ausstellung wurde konzipiert durch das Bröhan-Museum, Berlin.

Der ausführliche Katalog zur Ausstellung ist im Shop des St. Annen-Museums erhältlich und kostet 48 €.

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 8 €
Kinder unter 6 Jahren frei
Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren 2,50 €
Ermäßigte 4,- €

Ort: St. Annen-Museum, St. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck
www.st-annen-museum.de


noch bis 23. August 2020

Wanderausstellung
„Günter Grass und die Ostsee“

Heringe der Ostsee © Steidl / Günter und Ute Grass StiftungDie neue Wanderausstellung des Günter Grass-Hauses mit dem Titel „Günter Grass und die Ostsee“ gewährt einen Einblick in die vielfältigen Auseinandersetzungen des Literaturnobelpreisträgers mit der Ostsee; die Besucher:innen gewinnen einen Eindruck von Bildern und Texten aus sechs Jahrzehnten.

Die Ausstellung ist vom 19. Juni bis 23. August in Timmendorfer Strand zu Gast; im Anschluss ist als zweite Station das A-ROSA Resort in Travemünde geplant.

Die Ostsee spielt im Werk von Günter Grass eine bedeutende Rolle. In seinen Gedichten und Erzählungen kam er immer wieder auf die „baltische Pfütze“ zurück und griff dabei Motive wie Möwengeschrei, Wind und Wellenschlag auf. In seinen Zeichnungen, Aquarellen und Skulpturen beschäftigte Grass sich mit Flora und Fauna der Ostsee. Als leidenschaftlicher Sammler trug er zahlreiche Fundstücke von den Stränden zusammen, die er detailgenau nachzeichnete. Zugleich thematisierte er auch die Bedrohung der Natur durch den Menschen.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Adeline Henzschel; für die Gestaltung ist die Grafikdesignerin Sarah Winter verantwortlich.

Öffnungszeiten:
täglich 10:00 – 17:00 Uhr

Eintritt: frei

Ort: Trinkkurhalle, Kurpromenade 7, 23669 Timmendorfer Strand

www.grass-haus.de

Foto © Steidl / Günter und Ute Grass Stiftung


noch bis 30. August 2020
verlängert bis 30. September 2020!

„Günter Grass: Mein Fußballjahrhundert“

Ausstellung „Günter Grass: Mein Fußballjahrhundert“Ab dem 16. März 2020 ist im Günter Grass-Haus anlässlich der Europameisterschaft 2020 die Sonderausstellung „Günter Grass: Mein Fußballjahrhundert“ zu sehen.

Was viele nicht wussten: Der Literaturnobelpreisträger war ein leidenschaftlicher Fußballfan, der samstags regelmäßig die „Sportschau‘‘ sah und auch ins Stadion ging. Grass hielt den „kleinen‘‘ Vereinen wie dem SC Freiburg oder dem FC St. Pauli die Daumen. Auch in seinem Werk taucht der Fußballsport häufiger auf.

Die Ausstellung des Günter Grass-Hauses und des Deutschen Fußballmuseum in Dortmund zeigt Arbeitspläne, Manuskriptfassungen, Aquarelle sowie zahlreiche Recherchematerialien zu den Werken von Günter Grass, beleuchtet aber auch die sozialen, politischen, wirtschaftlichen, historischen und kulturellen Dimensionen des Fußballsports in Deutschland.

Wertvolle Leihgaben wie der Ball aus dem WM-Endspiel des „Wunders von Bern‘‘ 1954 und das Originaltor des legendären Spiels zwischen Brasilien und Deutschland (1:7) bei der WM 2014 verleihen der Ausstellung ihren besonderen Reiz – ein Muss für jeden Kultur- und Fußballfan!

Öffnungzeiten:
01.01. – 31.03. dienstags – sonntags 11:00 – 17:00 Uhr
01.04. – 31.12. montags – sonntags 10:00 – 17:00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 8 €
Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren 2,50 €
Ermäßigte 4,- €
Kinder unter 6 Jahren frei

Ort: Günter Grass-Haus, Glockengießerstraße 21, 23552 Lübeck
www.grass-haus.de


noch bis 31. August 2020

Ausstellung
Ulrike Dillig – Bildhauerei
Renate Straatmann – Malerei

Ausstellung Ulrike Dillig – Bildhauerei und Renate Straatmann – Malerei Die Bildhauerin und Pädagogin Ulrike Dillig lebt und arbeitet seit 1983 in Reinfeld. Erste Erfahrungen im Schnitzen sammelte sie als Schülerin des Bildhauers Alexander Neumann. Es folgte ein Studium der Bildhauerei in Bochum, das sie 2007 mit dem Diplom abschloss.

Ihr bevorzugter Werkstoff ist Holz. Am liebsten arbeitet sie mit Holzstücken, denen man das bisherige Leben ansieht: Wurzeln, Treibholz oder alte Weidenzaunpfähle aus Eiche. In ihnen sucht sie verborgene Figuren oder Formen, die sie mit Holzhammer und Hohlmeißel ans Licht holt. Risse und Verformungen weisen ihr den Weg. Die Metamorphose des Holzes vom rohen Äußeren zur Skulptur fasziniert sie dabei besonders.

Die Oberfläche der meist stilisierten Figuren zeigt die Arbeitsspuren der Werkzeuge und die natürliche Farbigkeit des Holzes.

Frau Straatmanns bevorzugte Motive sind die Meere und die angrenzenden Landschaften dieser Erde. Die Künstlerin zeigt mit den Bildern dieser Ausstellung was sie seit ihrer Kindheit in Travemünde an der Ostsee immer wieder tief berührt hat:
– die Weite der Meere mit ihren Horizonten und besonderen Stimmungen
– die verschiedenartigen Küsten mit ihren Leuchttürmen und Schiffen.

Die Spannung des Gesehenen bringt mich an die Leinwand, sie lässt mich die richtigen Farben für meine Stimmung finden“.

Die Bilder von Frau Straatmann sind abstrakt, mit realen Details, sie sind in Acryl-Mischtechnik gepinselt und gespachtelt  und durch Mehrfachübermalungen entstanden.

Öffnungszeiten:
montags 09:00 – 12:00 Uhr und 15:00 – 17:45 Uhr
dienstags – freitags: 09:00 – 12:00 Uhr

Eintritt: frei

Ort: Rathaus, Foyer, Markt 15, 23611 Bad Schwartau

www.ulrikedillig.de

www.renate-straatmann.de


noch bis 03. September 2020

KÖRPERWELTEN & Der Zyklus des Lebens

KÖRPERWELTEN Impressionen © Gunther von Hagens’ KÖRPERWELTEN Foto Holger BergPremiere für Schleswig-Holstein

Die Hansestadt Lübeck erwartet mit den KÖRPERWELTEN ein ganz besonderes Sommer-Highlight. Nach mehr als 50 Millionen Besuchern in über 140 Städten weltweit gastiert die erfolgreiche Anatomieschau jetzt erstmals in Schleswig-Holstein.

Vom 22. Juni bis 03. September 2020 präsentieren Plastinator Dr. Gunther von Hagens und Kuratorin Dr. Angelina Whalley ihre aktuelle Ausstellung KÖRPERWELTEN & Der Zyklus des Lebens auf über 1400 qm Fläche in der Lübecker Kulturwerft Gollan.

Im Fokus der Ausstellung steht der menschliche Körper im Kreislauf von Entstehen und Vergehen. Der kontinuierliche Veränderungsprozess des Körpers wird anhand einer Vielzahl von eindrucksvollen Ganzkörper-Plastinaten spannend und anschaulich dargestellt. Die einzelnen Stationen – von der Zeugung bis ins hohe Alter – laden dazu ein, sich intensiv mit seinem eigenen Körper und Lebensstil zu beschäftigen.

Vorrangiges Ziel der KÖRPERWELTEN Macher ist die gesundheitliche Aufklärung und Prävention. Rund 180 faszinierende anatomische Präparate erläutern leicht verständlich einzelne Organfunktionen und häufige Erkrankungen und erklären, was jeder einzelne tun kann, um seine Gesundheit und eine hohe Lebensqualität möglichst lange zu bewahren. Der Besuch der KÖRPERWELTEN ist für medizinische Laien ebenso empfehlenswert wie für Personen, die in den Bereichen Vorsorge und Gesundheit tätig sind.
„Ich möchte zeigen, dass das Reifen ein ganz natürlicher Vorgang ist, den wir mit ein bisschen Mühe mitgestalten können. Dabei sollten wir auch immer ein Auge auf die Zukunft richten“, rät Ärztin Dr. Angelina Whalley.

Für KÖRPERWELTEN-Erfinder und Mediziner Dr. Gunther von Hagens ist die Ausstellung eine Reise in die Vergangenheit. Nach politischer Gefangenschaft in der DDR und dem Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland 1970 verbrachte er seine ersten drei Jahre in Freiheit in der Hansestadt und approbierte 1973 an der Universität Lübeck.

Der Besuch der Ausstellung ist während der Öffnungszeiten unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln jederzeit möglich.

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 10:00 – 19:00 Uhr (letzter Einlass: 18:00 Uhr)
Samstag, Sonntag & Feiertage 10:00 –19:00 Uhr (letzter Einlass: 18:00 Uhr)

Eintritt:
montags – freitags
Einzeltickets Erwachsene 19 €
Kinder und Jugendliche (7–18 Jahre) 13 €
Studenten und ermäßigt* 15 €
Familien (2 Erw. und 2 Kinder/1 Erw und 3 Kinder) 45 €

samstags, sonntags und feiertags
Einzeltickets Erwachsene 21 €
Kinder & Jugendliche (7–18 Jahre) 15 €
Studenten und ermäßigt* 17 €
Familien (2 Erw. + 2 Kinder / 1 Erw + 3 Kinder) 49 €

Gruppen ab 10 Personen montags – freitags
Erwachsene 15 €
Kinder und Jugendliche (7–18 Jahre) 9 €
Studenten und ermäßigt* 13 €

Gruppen ab 10 Personen samstags, sonntags und feiertags
Erwachsene 17 €
Kinder und Jugendliche (7–18 Jahre) 11 €
Studenten und ermäßigt* 15 €

Flex- und Geschenk-Ticket
beliebiger Tag, bevorzugter Einlass, nicht zeitgebunden 25 €

Audio-GuideDeutsch, Englisch 3,50 €

*Ermäßigte Personen:
Ermäßigung nur gegen Vorlage eines gültigen Ausweises am Einlass: SeniorInnen (ab 65 Jahre), SchülerInnen, Auszubildende und Studierende (bis 27 Jahre), Zivil-, Grundwehr- und Präsenzdiener sowie Menschen mit Einschränkungen (Ausstellung ist rollstuhlgerecht). Bei eingetragener Begleitperson hat diese freien Eintritt in die Ausstellung. Das Ticket für die Begleitperson muss an der Tageskasse gelöst werden und kann nicht über VVK sowie Internet bezogen werden.

Freier Eintritt:
Kinder unter 7 Jahre, Lehrer und Referendare (gegen Nachweis: Lehrerausweis oder Bescheinigung der Schule), Begleitpersonen behinderter Personen (Kennzeichnung B), Körperspender des IfP, Pressevertreter

Ort: Kulturwerft Gollan, Einsiedelstraße 6, 23554 Lübeck

www.koerperwelten.de/luebeck

Foto © Gunther von Hagens’ KÖRPERWELTEN Foto Holger Berg


noch bis 27. September 2020

„Das, was von Flender übrig bleibt”

Industriemuseum Geschichtswerkstatt HerrenwykMythos Flenderwerft

Ab Sonntag, 17. Mai 2020, lädt das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk im Rahmen einer neuen Sonderausstellung Besucher:innen dazu ein, dem Mythos Flenderwerft, der die Stadtgeschichte Lübecks geprägt hat, nachzuspüren. Bis 27. September 2020 wird die Ausstellung hier zu sehen sein.

Es geht um das Thema, was von der Flenderwerft tatsächlich nach deren Insolvenz im Jahr 2003 übrig geblieben ist. Dabei werden auf Text- und Bildtafeln nicht nur aktuelle Schiffe aus dem Hause Flender dargestellt, die heute noch auf den Weltmeeren fahren, sondern auch der Schiffbau bei Flender im Wandel der Zeit. Umfangreiches Filmmaterial zur Werft, zu deren Schiffen, Kränen und der Insolvenz ergänzen die Ausstellung.

Gleichzeitig gibt es einen großen Schiffsriss zu bestaunen, ebenso wie diverse Schiffsmodelle, die unter anderem aus dem Internationalen Maritimen Museum in Hamburg stammen und erstmals in Lübeck zu sehen sind.

Zudem kommen Zeitzeugen zu Wort, die bei Flender gearbeitet haben. Schnell wird deutlich, dass man von einem „Mythos Flender“ sprechen kann, der die Lübecker:innen noch heute beschäftigt und bei dem es sich um ein regionales Trauma der jüngst vergangenen Geschichte der Hansestadt handelt.

Viele im handwerklichen Bereich tätige Lübecker:innen haben einmal ihre Lehre bei Flender absolviert und denken nostalgisch, ja teils sogar liebevoll an die Ausbildungszeit und die dortige Kameradschaft zurück“, erklärt Museumsleiterin Dr. Bettina Braunmüller.
Auch würden Museumsbesucher:innen oft von ihrer Vergangenheit bei Flender berichten.

Wenigen Menschen außerhalb Lübecks sei Flender ein Begriff; Ausnahmen seien Schiffsbau und Technikinteressierte ebenso wie Seeleute und Architekten. Lübecker:innen allerdings sind die Werft und ihre Insolvenz noch sehr deutlich im Gedächtnis. „Als Industriemuseum, besonders im Norden Lübecks, ist es uns ein Anliegen, an diese Werft zu erinnern und dieses Stück Industriegeschichte zu bewahren; unser kleiner Ausstellungsraum in der Dauerausstellung kann dies leider nur in sehr begrenzter Form leisten. Umso mehr freut es mich, wieder eine Sonderausstellung zu diesem Thema zeigen zu können“, so die Museumsleiterin.
Besonderer Dank gelte dabei dem Kurator der Ausstellung Rainer Wiedemann für sein großes Engagement und die viele Arbeit, die er in Ausstellung und Begleitbuch, welches ab Eröffnung käuflich im Museum zu erwerben ist, investiert habe.

Flenders Insolvenz als Werft war und ist kein Einzelfall, wenn man z.B. auch an die stillgelegte Bremer Vulkan AG oder die AG Weser denkt. Letztere hatte ebenfalls mit Überkapazitäten im Schiffbau auf dem Weltmarkt zu kämpfen. Die Arbeitswelt in Deutschland erlebt generell einen immensen Strukturwandel weg von vielen Industriezweigen, die in Asien erstarken, hin zu Arbeit 4.0 bzw. einer vierten industriellen Revolution. Während bei der Bremer Vulkan AG fast 11.000 Mitarbeiter aus dem Bereich Schiffbau von der Insolvenz betroffen waren, waren es bei Flender weniger als 1000, von denen zum Glück einige anderweitig Arbeit fanden, sofern sie nicht zu sehr spezialisiert waren.

Wenn solche Insolvenzen im Schiffbaubereich in den letzten Jahrzehnten also nicht unbedingt selten waren, warum ist dieses Thema dennoch so emotional behaftet? Das liegt zum einen an der Bedeutung der jeweiligen Werft für ihre Stadt bzw. Region als großer Arbeitgeber, welche damit auch für das Selbstverständnis der Menschen und ihrer Stadt (wie im Falle Lübecks) imageprägend war. Zum anderen liegt es daran, dass hier Menschen und Familien unmittelbar betroffen waren und die persönlichen Schicksale der einzelnen Arbeitnehmer:innen beeinflusst wurden: Existenzängste, Identitätsverlust, Sorgen und der Wegfall von Lebensinhalten waren die Folge.

Mit großer Wehmut berichten Alt-Flenderaner davon, wie tolle Schiffe von der Werft noch heute auf den Weltmeeren fahren“, erzählt Kurator Rainer Wiedemann. Er ist Liebhaber und Sammler von Flender-Artefakten und seit Jahrzehnten leidenschaftlich bemüht, die Werft nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Dank gilt der Possehl-Stiftung für die finanzielle Förderung der Ausstellung, ebenso wie dem Förderverein des Museums.

Das Begleitbuch zur Ausstellung „Das, was von Flender übrig bleibt“ von Rainer Wiedemann kann für 10 € im Shop des Museums käuflich erworben werden.

Öffnungszeiten:
Freitag 14:00 – 17:00 Uhr
Samstag und Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 4 €
Kinder unter 6 Jahren frei
Kinder und Jugendliche 6 – 15 Jahre 2 €
Kinder und Jugendliche 16 – 18 Jahre 4 €
Ermäßigte 3 €

Ort: Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk, Kokerstraße 1-3, 23569 Lübeck
www.geschichtswerkstatt-herrenwyk.de


noch bis 30. September 2020

Renate Straatmann
– M O M E N T E –

Wuling © Renate StraatmannFrau Straatmanns bevorzugte Motive sind die Meere und die angrenzenden Landschaften dieser Erde.

Die Künstlerin zeigt mit den 27 Bildern dieser Ausstellung was sie seit ihrer Kindheit in Travemünde an der Ostsee immer wieder tief berührt hat:

  • die Weite der Meere mit ihren Horizonten und besonderen Stimmungen
  • die verschiedenartigen Küsten mit ihren Leuchttürmen und Schiffen

„Die Spannung des Gesehenen bringt mich an die Leinwand, sie lässt mich die richtigen Farben für meine Stimmung finden“.

Die  Bilder von Frau Straatmann sind abstrakt, mit realen Details, sie sind in Acryl-Mischtechnik gepinselt und gespachtelt und durch Mehrfachübermalungen entstanden.

Öffnungszeiten:
mittwochs – freitags 14:00 – 18:00 Uhr
samstags – sonntags 09:00 – 18:00 Uhr

Eintritt: frei

Ort: Hofcafé Landzauber, Hauptstr. 35, 23619 Heilshoop

www.renate-straatmann.de

Foto © Renate Straatmann


noch bis Oktober 2020

„Das schönste Spielzeug der Welt“
Miniaturspielzeug aus dem Erzgebirge

„Das schönste Spielzeug der Welt“ Miniaturspielzeug aus dem Erzgebirge © WeihnachtshausDas schönste Spielzeug der Welt“ – So bezeichnete der Dresdner Spielzeughändler und Sammler Richard Zeumer die Miniaturwelt aus dem Erzgebirge.

Zunächst waren es Spielzeugdesigner an der Königlichen Kunstgewerbeschule in Dresden, die mit Professor Oskar Seyffert, dem späteren Gründer des Museums für Sächsische Volkskunst in Dresden, die Idee zu einer Art Reformspielzeug hatten. Es entstand ein Heimat-Spielzeug, das die Fantasie anregen sollte und dabei die Bereiche Stadt und Land, Natur und Technik auf der Höhe der Zeit im Spiel abbilden konnte. Häuser, Tiere und Menschen in Kombination mit Fahrzeugen und auslegbaren Geländeplatten ließen sich immer wieder neu kombinieren.

Mit dem „Erzgebirgischen Dörfchen“ wurde das erste Pädagogische Spielzeug auf den Markt gebracht, das in seiner Aussagekraft bis heute fast unübertroffen ist. Betrachtet man es in seiner ganzen Vielfalt, so ergibt sich ein kulturgeschichtlicher Blick in die Zeit von der Jahrhundertwende bis zum Zweiten Weltkrieg. Was früher die Kinderherzen entzückte, gehört heute für Erwachsene zum raren Sammelobjekt.

Die Ausstellung umfasst nicht nur Miniaturspielzeug zu verschiedenen Szenen aufgebaut, sondern zeigt anhand von Originalverpackungen, alten Musterblättern und Geschäftspapieren die Idee, das Angebot und die Vermarktung der kleinen Kostbarkeiten.

Exponate aus der gegenwärtigen Produktion einiger weniger Hersteller, die noch nach alten Vorlagen arbeiten, runden die Ausstellung ab.

Öffnungszeiten:
täglich 11:00 – 17:00 Uhr
13.01. – 14.02.2020 geschlossen
15.02. – 27.03.2020 14:00 – 17:00 Uhr

Eintritt: Erwachsene 3 €, Kinder bis 14 Jahre 1€, Kinder bis 6 Jahre frei, Familien 7 €

Ort: Weihnachtshaus, Westerende 46, 25813 Husum
www.weihnachtshaus.info

Foto © Weihnachtshaus


noch bis 29. November 2020

Sonderausstellung „LAND KÜSTE MEER –
Einblicke in die Schatzkammern des Nordens“

Plakat „Land Küste Meer“ 2020 – Museum für Natur und Umwelt – LübeckAm 27. Februar 2020 wurde im Museum für Natur und Umwelt die Sonderausstellung „LAND KÜSTE MEER – Einblicke in die Schatzkammern des Nordens“ eröffnet, die dort bis 29. November 2020 zu sehen sein wird.

Darin geben die naturkundlichen Museen des Museumsverbundes der Nord- und Ostsee Region (NORe) Einblicke in ihre Arbeit. Jedes erzählt eine besondere Geschichte anhand ausgewählter originaler Objekte. Es wird gezeigt, welche Aufgaben Naturkundemuseen erfüllen, wozu ihre Sammlungen dienen und was ihre Forschungsarbeit auszeichnet. Im Vordergrund stehen vor allem Aspekte von Evolution und Biodiversität. Anhand von Objekten wie Fossilien wird der Wandel im Lauf der Erdgeschichte aufgezeigt. Themen sind zum Beispiel „Die Welt vor unserer Zeit“ oder „Der Mensch verändert die Welt“.

LAND KÜSTE MEER – Einblicke in die Schatzkammern des Nordens“ ist die erste gemeinsame Ausstellung des Museumsverbundes NORe, dem elf Naturkundemuseen und Forschungssammlungen aus Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein angehören. Sie war bereits in Rostock und Oldenburg zu sehen. Das Lübecker Museum für Natur und Umwelt ist mit Fossilfunden aus der Ur-Nordsee aus der Zeit vor etwa 11 Millionen Jahren von der Fundstelle in Groß Pampau vertreten.

Öffnungszeiten:
dienstags – freitags 09:00 – 17:00 Uhr
samstags – sonntags 10:00 – 17:00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 6 €
Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren 2 €
Ermäßigte 3 €
Kinder unter 6 Jahren frei

Ort: Museum für Natur und Umwelt, Musterbahn 8, 23552 Lübeck
www.museum-fuer-natur-und-umwelt.de


noch bis Herbst 2023

Interimsausstellung
“Buddenbrooks im Behnhaus”

Ausstellung Buddenbrooks im BehnhausTony Buddenbrook heißt ab sofort ihre Gäste im Behnhaus willkommen

Endlich kann mit der Wiederöffnung der LÜBECKER MUSEEN seit dem 12. Mai 2020 auch die bereits Ende März fertig gestellte Ausstellung „Buddenbrooks im Behnhaus“ der Öffentlichkeit
präsentiert werden.

Seit das Buddenbrookhaus nach seiner rauschenden Umzugsparty am 28. und 29 Dezember 2019 seine Pforten in der Mengstraße 4 für den umfassenden Umbau schließen musste, wurde an der Interimsausstellung im Museum Behnhaus Drägerhaus gefeilt. Das Ergebnis wird nun bis zum Ende der Umbaumaßnahmen des Literaturhauses, die trotz Corona planmäßig verlaufen, also voraussichtlich bis Herbst 2023 zu sehen sein.

Wir freuen uns, nun endlich die Buddenbrooks an ihrem neuen Standort zu zeigen. Wer die Inhalte des Romans und das bürgerliche Leben der Manns in Lübeck darstellen will, der kann keinen besseren Ort als das Behnhaus finden. Hier gehen das großbürgerliche Wohnumfeld und die bedeutende Kunst des 19. Jahrhunderts und der klassischen Moderne eine Symbiose ein wie kaum an einem Ort“, so der Leitende Direktor der LÜBECKER MUSEEN, Prof. Dr. Hans Wißkirchen.

Durch die Ausstellung führt Antonie „Tony“ Buddenbrook, Protagonistin aus Thomas Manns weltberühmtem Roman „Buddenbrooks“. Diese Romanfigur schien zur Präsentation der Ausstellung aufgrund ihrer Lust am Erzählen, ihrer Begeisterungsfähigkeit für Neues sowie ihres Engagements für Familie und Stadt bestens geeignet.

In einer Art „Homestory“ erzählt sie von den Romanen „Buddenbrooks“ und „Professor Unrat“, von den Schriftstellern Thomas und Heinrich Mann und vom bürgerlichen Leben im 19. Jahrhundert. Wie sah das Leben in Lübeck zu dieser Zeit aus, was bedeutete die Stadt für die Brüder und wie wurde sie Literatur? Tony lädt die Besucher:innen zu einer Zeitreise ins Lübeck der Buddenbrooks und der Manns ein. Dabei wird schnell klar, warum ausgerechnet das Museum Behnhaus Drägerhaus zur Kulisse für diese Interimsausstellung wurde: in den Räumen des klassizistischen Stadtpalais kann die Lebenswelt der Buddenbrooks authentisch erlebt werden. Tonys Anspruch an Vornehmheit wird dabei ebenfalls entsprochen. Bereits bei der Buddenbrooks-Neuverfilmung von Heinrich Breloer aus dem Jahre 2008 wurden einzelne Szenen im Behnhaus gedreht.

Die Ausstellung erstreckt sich über die historischen Wohnräume des Behnhauses im Erdgeschoss und beginnt in der Diele, wo aus der Perspektive Tony Buddenbrooks die Entstehungsgeschichte des Romans erläutert und Bezüge zu realen Vorbildern der Romanfiguren und damit natürlich auch zur Familiengeschichte der Manns hergestellt werden.

Neben der ehrerbietenden Familienbibel der Manns ist hier auch eine Tabakdose mit Darstellung einer Wintertroika ausgestellt, die vermutlich als Mitbringsel eines russischen Kunden im 19. Jahrhundert in den Mannschen Familienbesitz gekommen ist. Zuletzt befand sich die Tabakdose im Besitz von Lisa Dräger, die sie von der mit ihr befreundeten Ilse Mann geschenkt bekam. Als Leihgabe von Lisa Dräger wurde die Dose schon einmal in den frühen 1990er Jahren im Drägerhaus ausgestellt und ist damit nun gewissermaßen ins Haus „zurückgekehrt“.

Als weitere Kuriosität der Interimsausstellung gilt ein Fächer, der als Requisit in der Verfilmung von „Buddenbrooks“ 2008 von Jessica Schwarz als Tony Buddenbrook getragen wurde. Er ist mit einem Lübeck-Panorama gemalt und fasst so verschiedene, sich überlagernde Ebenen der Ausstellung zusammen: Fakt und Fiktion, Ortsgebundenheit und mediale „Emanzipation“ der Geschichte, Vergangenheit und ihre Übertragung in die Gegenwart.

Zu den Highlights der Ausstellung zählt außerdem ein Klingelzug aus dem 19. Jahrhundert, mit dem die Familie Mann nach den Dienstboten geläutet haben soll und der nun erstmals museal präsentiert wird. Mit seinen 2,22 Meter Länge und der reichen Wollstickerei mit Glasperlen ist er ein besonders schönes Exponat, das viel über das Leben im Lübecker Patriziat erzählt.

Für die Ausstellung „Buddenbrooks im Behnhaus“ wurde eigens ein eGuide konzipiert, mit dessen Hilfe man sich per App kostenlos auf dem eigenen Smartphone auch in Corona-Zeiten sicher durch die Ausstellung führen lassen kann und dennoch nicht auf wertvolle Hintergrundinformationen zu verzichten braucht.

Am 09. Juni 2020 eröffnet außerdem direkt zwischen Marienkirche und Rathaus unter dem Titel „Buddenbrooks am Markt“ ein Infocenter mit Museumsshop, in dem nicht nur Souvenirs des Buddenbrookhauses erstanden, sondern auch umfassende Informationen zum Stand des Umbaus des berühmten Literaturmuseums eingeholt werden können.

Öffnungszeiten:
01.04. – 31.12. Dienstag – Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr
01.01. – 31.03. Dienstag – Sonntag 11:00 – 17:00 Uhr

Eintritt: 
Erwachsene 8 €
Kinder unter 6 Jahren frei
Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren 2,50 €
Ermäßigte 4,- €

Ort: Museum Behnhaus Drägerhaus, Königstraße 9-11, 23552 Lübeck
www.museum-behnhaus-draegerhaus.de

www.buddenbrookhaus.de


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