Ausstellungen Travemünde und
Schleswig-Holstein April 2019

 

noch bis 06. April 2019

Ausstellung – Malerei
Barbara Pröttel

Sven © Barbara PröttelDie Bad Schwartauerin Barbara Pröttel stellt Malerei im Kolosseum  aus

Die Bilder von Barbara Pröttel sind überwiegend großformatig und entstanden in einem vielschichtigen Mal- und Entwicklungsprozess. Sie sind über wiegend figürlich gestaltet. Eine stille Sehnsucht, Gedanken, Ahnungen von Fragilität, Mystik bis androgyn spiegeln sich in Einklang  und Harmonie mit sich selbst wider. Die Inhalte vermitteln sich subtil, doch klar.

Neben Farbigkeit geben das Spiel mit Licht und Schatten eine besondere Stimmung. Dies erreicht sie durch eine Malerei in überwiegend Ölmischtechnik.

Durch eine vielschichtige Lasurtechnik und das experimentieren mit verschiedenen Materialien erscheinen ihre Bilder leicht und nebulös, bis dreidimensional.

Öffnungszeiten:
zu den Veranstaltungen im Kolosseum

Eintritt: frei

Ort: Kolosseum Lübeck, Kronsdorfer Allee 25, 23560 Lübeck

www.barbara-proettel.de

Foto © Barbara Pröttel


noch bis 28. April 2019

»VERTRIEBEN – VERLOREN – VERTEILT«
Drehscheibe Pöppendorf 1945–1951

Flüchtlinge im Lager Pöppendorf 1947 © vintage germany, Foto Theodor ScheererUnter dem Titel »VERTRIEBEN – VERLOREN – VERTEILT« Drehscheibe Pöppendorf 1945–1951 beschäftigt sich eine neue Sonderausstellung im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk mit dem größten Flüchtlingsdurchgangslager Norddeutschlands im Waldhusener Forst.

Die Geschichte beginnt etwa ein halbes Jahr nach Kriegsende im Herbst 1945 und endet nach 5 1/2 Jahren Dauer mit der Lagerauflösung im Frühjahr 1951. Mehr als eine halbe Millionen Vertriebene fanden aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Aufnahme.

Die Ausstellung veranschaulicht das Lager durch bisher unveröffentlichtes Bildmaterial, Zeugenaussagen und wertvolle Erinnerungsstücke. Es wird die Problematik von Flucht und Vertreibung der Deutschen als unmittelbare Folgen des Krieges und die damit verbundene Bevölkerungsverschiebung aufgegriffen. Verschiedene Phasen, zunächst als Wehrmachtsentlassungsstelle, dann als Durchgangslager und zuletzt als Wohnlager werden dargestellt und einzelne Vertreibungsaktionen detailliert beschrieben. Alles in allem wird ein Überblick über den organisatorischen Aufbau und alle Aspekte der Lagerbetreuung gegeben, die ein umfassendes Bild vom Schicksal der Flüchtlinge widerspiegeln.

Sammlung Gottschalk © Fotoarchiv der Hansestadt LübeckVor rund siebzig Jahren gab es eine Flüchtlingswelle. Damals klagten die Schleswig-Holsteiner: „Seit Monaten ist diese Flut von Flüchtlingen in unser Land geströmt und droht unseren nordischen Volkscharakter zu ersticken oder doch ihn biologisch zu überfremden.“ Bis Kriegsende waren hunderttausende von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten bereits nach Schleswig- Holstein geflohen. Im Herbst 1945 begannen dann die Vertreibungen der Deutschen und es folgten weitere Hunderttausende.
Ihr Ziel: Pöppendorf.

Pöppendorf, das verbindet man mit dem dortigen Hünengrab, dem Ringwall und dem beschaulichen Dorfe, und in jüngerer Zeit auch mit dem Schicksal der Exodus-Juden, aber mit Hundertausenden von Flüchtlingen und Vertriebenen?

Im Waldhusener Forst, zwischen dem alten Bahnhof Kücknitz und Pöppendorf, befand sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges das größte Flüchtlingsdurchgangslager Norddeutschlands. Zwischen Ende 1945 und Anfang 1951 fanden hier mehr als eine halbe Million Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Aufnahme. Errichtet wurde das Lager auf Anweisung der Britischen Militärregierung, die den Ort zunächst seit Juli 1945 als Entlassungslager für die fast 80.000 Wehrmachtangehörigen der deutschen Norwegen-Armee eingerichtet hatten. Die ersten Vertriebenen trafen im November des Jahres ein.

Dieser stille Ort im Wald war damals eine Drehscheibe für die Verschiebung riesiger Menschenmengen aus Danzig, Königsberg oder Stettin in den gesamten norddeutschen Raum. 1946 wurden das ganze Jahr über durch das Lager täglich bis zu 3.000 Menschen durchgeschleust. Es war eine gewaltige logistische Leistung, diese Menschen aufzufangen, zu versorgen und an einen sicheren Bestimmungsort weiterzuleiten.

Über die Aufnahme der Flüchtlinge und Vertriebenen hinaus musste der Transport zehntausender von Menschen von einer Besatzungszone in die andere organisiert werden. Durch die Auswirkungen des Krieges waren Millionen Deutsche nicht an ihrem Wohnort; die Suche nach Angehörigen bestimmte ihren Alltag. Im Frühjahr 1947 waren die Aufnahmekapazitäten in den Städten und Kreisen Schleswig-Holsteins erschöpft und die nun eintreffenden Flüchtlinge verblieben teilweise Wochen und Monate lang im Lager. Im Herbst des gleichen Jahres wurden hier schließlich im
Rahmen der „Operation Oasis“ tausende jüdische Flüchtlinge der „Exodus“ untergebracht. Das Lager wurde danach noch bis zum Sommer 1950 als Wohn- und Durchgangslager genutzt. Im Frühjahr 1951 wurde das Lager schließlich aufgelöst und abgerissen.

Aber der Zuzug fremder Menschen, die hier heimisch werden sollten, hielt stetig an. Ab den 50er Jahren wurden tausende sogenannter Gastarbeiter vor allem aus der Türkei angeworben. Später, besonders verstärkt nach 1990, folgten noch einmal tausende Spätaussiedler aus Russland, Polen und Rumänien.
Zum Vergleich, auf dem Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 nahm das ganze Land Schleswig Holstein insgesamt 55.000 Menschen auf.

Rahmenprogramm:
SO | 11.11.2018 | 11:00 – 13:00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung

SA | 17.11.2018 | 11:00 – 13:00 Uhr
Vortrag – Dänemarkrückkehrer aus dem Lager Oksbøl
mit Jane Kischel, Jugendbuchautorin

SO | 18.11.2018 | 14:00 – 16:00 Uhr
SO | 20.01.2019 | 14:00 – 16:00 Uhr
SO | 17.02.2019 | 14:00 – 16:00 Uhr
SO | 17.03.2019 | 14:00 – 16:00 Uhr
Workshop “Mit Sack und Pack”
Angebote für Kinder und deren Eltern/ Großeltern

SO | 13.01.2019 | 11:00 – 13:00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung

DO | 17.01.2019 | 18:00 – 20:00 Uhr
Vortrag – Die Vertreibungslager in Stettin mit Lea Märtens, Historikerin

SO | 03.02.2019 | 11:00 – 13:00 Uhr
Sonderführung “Archäologische Spurensuche im Waldhusener Forst” mit Dr. Holger Kähning

SO | 10.02.2019 | 11:00 – 13:00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung

MI | 13.02.2019 | 18:00 – 20:00 Uhr
Ein Nachmittag voller Erinnerungen – “Klönschnack” zum Lageralltag

SO | 10.03.2019 | 11:00 – 13:00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung

SA | 30.03.2019 | 16:00 – 18:00 Uhr
Lesung “Wie soll es weitergehen…?”
Aus Zeitzeugenerinnerungen und Fluchtberichten mit Heidi Züger, Schauspielerin aus Lübeck

SO | 31.03.2019 | 11:00 – 13:00 Uhr
Sonderführung “Exkursion zum Pöppendorfer Lager”
mit dem Revierförster a.D. Hans-Rathje Reimers

MI | 03.04.2019 | 19:00 – 21:00 Uhr
Lesung “Angekommen”
Lesung aus Zeitzeugenberichten mit Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Kulturwissenschaftlerin aus Lübeck

SO | 07.04.2019 | 11:00 – 13:00 Uhr
Sonderführung “Spurensuche im Waldhusener Forst”
besonders geeignet für Kinder und deren Eltern

SO | 14.04.2019 | 11:00 – 13:00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung

SO | 28.04.2019 | 11:00 – 13:00 Uhr
Finissage

Ergänzend zu der Ausstellung hat der Verein für Lübecker Industrie und Arbeiterkultur e. V. eine Dokumentation in Buchform herausgegeben.
Dieses ist zu beziehen für 10 € im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk.

Öffnungzeiten der Ausstellung:
Freitag 14:00 – 17:00 Uhr
Samstag – Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 4 €
Kinder und Jugendliche 6 – 15 Jahre 2 €
Kinder und Jugendliche 16 – 18 Jahre 4 €
Kinder unter 6 Jahren frei

Ort: Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk, Kokerstraße 1-3, 23569 Lübeck
www.geschichtswerkstatt-herrenwyk.de

Foto1 © vintage germany, Foto Theodor Scheerer
Foto 2 © Fotoarchiv der Hansestadt Lübeck


noch bis Oktober 2019

Schokolade –
Vom Trank der Götter zur süßen Verführung für alle

Schokolade Anzeige Fa. Kasseler 1907 © Weihnachtshaus HusumDie Geschichte der Schokolade beginnt bei den Azteken, die schon um 1500 aus Wasser, Kakao, Chili und Vanille ein berauschendes Gebräu herstellten und es Xokolatl nannten. Nach Europa kam die neue Frucht durch Christoph Kolumbus Anfang des 16. Jahr­hunderts. Bereits 1657 wurde in London das erste Schokoladencafé eröffnet.

Bis in Dresden die erste als Tafel ausgeformte Schokolade angeboten wurde, sollten noch gut 150 Jahre vergehen. Zunächst als kleine Blöcke mit Bruchrillen angeboten, wurde Schokolade später auch mittels Hohlformen gestaltet. Die älteste und später auch bedeutendste Firma wird von Anton Reiche in der Nähe von Dresden gegründet. Ihr Angebot umfasst Formen in einer Vielfalt an Modellen und Grüßen, wie man es sich heute kaum vorstellen kann.

Die Ausstellung vollzieht die Geschichte der Schokolade und ihrer Herstellung nach und zeigt Beispiele aus der vielfältigen Entwicklung von Formen und Verpackungen sowie der Schokoladen-Werbung. Verschiedene Schokoladenqualitäten, feinste handgeschöpfte Pralinen aus der Confiserie Lauenstein, der „Genussmanufaktur aus Franken“, Führungen mit Verkostung von Kakaobohnen und Heißer Schokolade vermitteln einen sinnlichen Eindruck der Vielfältigkeit dieses Genussmittels.

Öffnungszeiten:
täglich 11:00 – 17:00 Uhr

Eintritt:
Kinder bis 6 Jahre frei
Kinder bis 14 Jahre 1,- €
Erwachsene 3,- €
Familien 7,- €
Gruppen ab 10 Pers. 2,50 € p.P.

Ort: Weihnachtshaus, Westerende 46, 25813 Husum
Tel. 04841-6685908 und 04841-83520
www.weihnachtshaus.info

Flyer Weihnachtshaus (pdf)

Foto © Weihnachtshaus Husum


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