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Veranstaltungen Schleswig-Holstein
April 2021

 

30. April – 09. Mai 2021
online- und Präsenzveranstaltungen

29. Lübecker Brahms-Festival
„Frühlingserwachen!“

Johannes Brahms © Foto: F. König - Brahms-Institut LübeckFrühlingserwachen!“ heißt es beim 29. Brahms-Festival, das die Musikhochschule Lübeck (MHL) vom 30. April bis zum 9. Mai veranstaltet. Nicht alle geplanten Konzerte können trotz bereits pandemiegerechter Formate realisiert werden, als Herzstück des Festivals sind die abendlichen Themenkonzerte aus dem Großen Saal jedoch im MHL-Streaming zu erleben. Die Reihe „Aufgeweckt“ mit Morgenandachten in St. Jakobi ist aktuell für Publikum in Präsenz zugelassen und auch neue 1:1 Concerts ermöglichen persönliche Konzerterlebnisse. Das Brahms-Institut an der MHL eröffnet das Festival am 30. April 2021 mit seiner ersten digitalen Ausstellung „Johannes Brahms – Beziehungszauber“.

Das Motto „Frühlingserwachen!“ des diesjährigen Brahms-Festivals an der MHL steht nicht nur für die programmatische Auswahl der Werke, sondern dokumentiert auch die Hoffnung der Festival-Macher, im Mai wieder gemeinsam Musik zu erleben. Vorausschauend hat die MHL in diesem Jahr zahlreiche digitale Konzerte geplant: In acht aus dem Großen Saal live übertragenen Themenabenden, die Dozierende und Studierende gemeinsam gestalten, sind von Frühling und Aufbruch inspirierte Werke zu hören − angefangen bei Gesualdo über Beethoven und Brahms bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen.

Projektleiter Wolfgang Sandberger, Leiter des Brahms-Instituts und Professor für Musikwissenschaft an der MHL, erläutert: „Etwas trotzig haben wir hinter das diesjährige Motto ein Ausrufungszeichen gesetzt, das zeigt, wie groß unsere Sehnsucht nach einem musikalischen Frühling ist, nach dem Erwachen aus dem pandemiebedingten kulturellen Winter-schlaf. Die Musikerinnen und Musiker der MHL brennen alle darauf, endlich wieder für Sie zu spielen.

34 Konzerte unter dem Motto „Frühlingserwachen!“ hatte die MHL vom 30. April bis zum 09. Mai 2021 an über zehn Spielstätten in Lübeck vorbereitet. Die Pandemielage lässt nur eine eingeschränkte Durchführung zu. Formate, für die keine Öffentlichkeit zugelassen ist, sollen als Lehrveranstaltungen mit Erfahrungsgewinn für die Studierenden durchgeführt werden. Besonders große und aufwändig geplante Konzepte wie das Fensterkonzert und der Studierendenabend sollen in den Sommermonaten nachgeholt werden. MHL-Präsident Prof. Rico Gubler erläutert: „Das Brahms-Festival ist ein wahrnehmbarer Höhepunkt im Studienjahr. Weniger sichtbar ist die Planung und das ‚Ringen‘ aller Hochschulgruppen um die Programmgestaltung, die Arbeit an Partituren, an Texten und neuen Ideen. Somit haben wir viel vorwärtsgebracht, geschafft und gelernt, bevor überhaupt ein einziger Ton erklungen ist.“

Erste digitale Ausstellung am Lübecker Brahms-Institut
Zum Festival-Auftakt am 30. April 2021 präsentiert das Brahms-Institut an der MHL seine erste digitale Ausstellung „Johannes Brahms – Beziehungszauber“. Sie widmet sich den vielfältigen Beziehungen, die der Komponist zu engen Vertrauten, nahestehenden Künstlerpersön-lichkeiten und nicht zuletzt zu seinen Verehrerinnen und von ihm bewunderten Frauen gepflegt hat. Über 60 kostbare Exponate aus der Sammlung des Brahms-Instituts sind in der virtuellen Schau interaktiv erlebbar: So können Besucherinnen und Besucher digital im Adressbüchlein von Brahms blättern, Notizen auf den Rückseiten von Fotografien entdecken oder Musik zu gezeigten Noten hören.

Themenabende aus dem Großen Saal im MHL-Streaming Höhepunkte der Festivalkonzerte sind wie in jedem Jahr die Themenabende, die jeweils um 19:30 Uhr live aus dem Großen Saal übertragen werden. 75 MHL-Interpretinnen und -Interpreten beleuchten mit programmatisch gewählter Kammermusik verschiedene Aspekte des Erwachens und Aufbruchs.

Unter dem Titel „Eisblumen“ (1. Mai) beginnt das Festival unter Moderation von MHL-Präsident Rico Gubler mit John Cages legendärem „4‘33“ quasi aus dem Nichts.

Ferne“ (3. Mai) stellt Klavierquintette von Mozart und Holliger einander gegenüber, hier ist auch der neue Hornprofessor Adrián Diáz Martínez erstmals zu hören.

Rauschen“ (4. Mai) präsentiert nicht nur Brahms berühmtes, von einem Frühlingspaziergang inspiriertes Horntrio, sondern mit „Blur“ für siebenköpfiges gemischtes Ensemble auch ein Werk der neuen Kompositionsprofessorin Katharina Rosenberger. Hier ist der neue Gitarrenprofessor Otto Tolonen an der E-Gitarre zu hören.

Dis-Tanz“ (5. Mai) lädt mit Werken von Purcell, Brahms und Piazolla zum Tanz mit dem derzeit gebührenden Mindestabstand.

Im „Musenkuss“ (6. Mai) sind Schubert-Lieder wie „Frühlingsglaube“ und „Der Hirt auf dem Felsen“ die Klammer für ein Kammermusikprogramm mit Klavier, Klarinette und Gesang.

Das mit Musik, Schauspiel, Choreografien und Videoprojektionen inszenierte Konzert „Nachtigall“ (7. Mai) unter Projektleitung von Gesangsprofessorin Manuela Uhl sucht auf den Spuren des Frühlingsboten mit dem betörenden Gesang nach einer Gegenwelt.

Im Konzert „(Gem)einsam“ (8. Mai) ist mit dem Scherzo der berühmten FAE-Sonate zu hören, wie Brahms über die Einsamkeit reflektiert.

Beim letzten Themenabend geht es schließlich mit Beethovens Gassenhauer-Trio „Ins Freie“ (9. Mai) in der hochkarätigen Besetzung mit Sabine Meyer (Klarinette), Troels Svane (Violoncello) und Florian Uhlig (Klavier).

Alle Abendveranstaltungen werden unter www.mh-luebeck.de live aus dem Großen Saal übertragen.

Direktes Musikerleben bei Morgenandachten und 1:1 Concerts in Lübecks Altstadt
Zu den Morgenandachten unter dem Titel „Aufgeweckt!“ sind von Montag bis Freitag jeweils um 08:30 Uhr fünfzig Besucherinnen und Besucher in Präsenz in St. Jakobi zugelassen. Im „Jahr der Orgel“ lassen Kirchenmusikstudierende der MHL dort den Tag mit Werken, Improvisationen und Texten von Langlais, Messiaen und von Kerll beginnen, in denen Vogelstimmen eine tragende Rolle spielen.

Die erfolgreichen 1:1 Concerts, die von Studierenden der MHL koordiniert und durchgeführt werden, sind in diesem Jahr ebenfalls Teil des Brahms-Festivals und ermöglichen durch das Pandemie taugliche Format ein direktes Musikerleben. Passend zu den Themenkonzerten sind an den neun Festivaltagen vom 01. bis zum 09. Mai insgesamt siebzig private Begegnungen an verschiedenen Orten in der Lübecker Altstadt geplant, einige davon auch Open-Air. Jedes 1:1 Concert ist eine ganz persönliche Live-Performance, die im Rahmen der Abstandsregeln und Gesetzesvorgaben möglich ist.

Studierende als Interpreten, Programmplaner und Koordinatoren
In die Entstehung des Brahms-Festivals werden die Studierenden nicht nur als Interpreten, sondern auch als Programmplaner und Koordinatorinnen einbezogen, da diese Aufgaben als wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Ausbildung an der MHL angesehen werden. Geplante Programmpunkte wie das Orchesterkonzert in der Lübecker Musik- und Kongresshalle oder die Streichquartett-Serie „Lunchtime-Concerts“ werden als reine Lehrveranstaltungen durchgeführt. Aufwändig konzipierte Projekte wie der Studierendenabend „Frühlingsnacht“ und „Fenster auf!“, ein Konzert aus den Fenstern der Hochschulgebäude, sollen nachgeholt werden.

Die digitale Ausstellung „Johannes Brahms – Beziehungszauber“ ist ab 30. April 2021 um 12 Uhr über die Website www.brahms-institut.de zugänglich. Der Zutritt zu den Morgenandachten ist ebenfalls kostenfrei und ohne vorherige Registrierung möglich. Die 1:1 Concerts können über die Website 1to1concerts.de/buchen/luebeck/ gebucht werden.

Weitere Informationen zum Brahms-Festival unter www.brahms-festival.de.

Eintritt: frei

Orte: div. in Lübeck

www.mh-luebeck.de

Foto © Foto: F. König – Brahms-Institut Lübeck


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