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Ausstellungen Travemünde und
Schleswig-Holstein Dezember 2021

 

Dauerausstellung

„Vogelleben zwischen Fluss und Meer“

Ausstellung „Vogelleben zwischen Fluss und Meer“ in der Naturwerkstatt Priwall © lpvIm August 2020 wurde in der Naturwerkstatt Priwall die Dauerausstellung „Vogelleben zwischen Fluss und Meer“ eröffnet.

Diese erzählt von der abwechslungsreichen und faszinierenden Natur des Priwalls und der Geschichte, wie diese Halbinsel zu einem ganz besonderen Refugium für selten gewordene und gefährdete Küstenvögel wurde.

Durch verschiedene Ausstellungsobjekte, interaktive Medien und spielerische Stationen lädt sie Jung und Alt ein, die Natur des Priwalls zu entdecken und ihre gefiederten Bewohner näher kennenzulernen. Dabei darf selber ausprobiert und gerätselt werden:
Wo finde ich den besten Brutplatz für einen Kiebitz?
Und wie genau werden Vögel eigentlich gezählt?
Abgerundet wird die Ausstellung durch naturgetreue Dioramen, die die Vögel in ihren natürlichen Lebensräumen zeigen.

Die Naturwerkstatt Priwall ist ein Besucher- und Informationszentrum des Landschaftspflegevereins Dummersdorfer Ufer e. V., gelegen am Rande des Naturschutzgebietes „Südlicher Priwall“. Regelmäßig starten von hier aus naturkundliche Führungen mit botanischem, vogelkundlichem oder naturhistorischem Schwerpunkt.

Öffnungszeiten:
April – Oktober: dienstags – sonntags: 12:00 – 17:00 Uhr
November – März: freitags – sonntags: 12:00 – 16:00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: 4 €
Kinder (ab 6 Jahre): 2 €
(inkl. Führung + 2 €)

Ort: Naturwerkstatt Priwall, Fliegerweg 5-7, 23570 Travemünde-Priwall
Tel. 04502 9996465

www.dummersdorfer-ufer.de

Foto © LPV (Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer)


noch bis 31. Dezember 2021

Wanderausstellung
„Cap Arcona. Erinnern an ein Verbrechen“
im zeiTTor

Plakat Wanderausstellung „Cap Arcona. Erinnern an ein Verbrechen“ im zeiTTorAm 3. Mai 1945 wurden in der Lübecker Bucht die Schiffe „Cap Arcona“, „Deutschland“ und „Thielbek“ versenkt. Über 7.000 KZ-Häftlinge, die sich auf den Schiffen befunden hatten, kamen dabei ums Leben.

Die reich illustrierte Wanderausstellung dokumentiert auf 17 Aufstellern die Ereignisse in deutscher und englischer Sprache.

Die Tafeln sind bewusst in allen Museumsräumen verteilt worden und somit sowohl im vorgeschichtlichen als auch im stadtgeschichtlichen Teil zu sehen. Damit soll verdeutlicht werden, dass die Grundproblematik der Tragödie zeitlos ist. Das

Projekt ist eine Kooperation zwischen Wilhelm Lange, dem ehemaligen Leiter des Museums Cap-Arcona, und Schülerinnen und Schülern aller Neustädter Schulen. Das Bundesprojekt „Demokratie leben!“ und das Kinder und Jugend Netzwerk Neustadt in Holstein e. V. waren bei der Umsetzung der Wanderausstellung beteiligt.

Öffnungzeiten:
Ostern bis Oktober
Dienstag – Samstag: 10:30 – 17:00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 14:00 – 17:00 Uhr
und nach Vereinbarung

Im Juli und August ist das zeiTTor auch montags geöffnet.

November bis Ostern
Samstag und Sonntag: 14:00 – 16:00 Uhr
und nach Vereinbarung

Eintritt:
Erwachsene: 4,00 €
Erwachsene mit Ermäßigung: 3,00 € (z. B. mit der Ostseecard)
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt

Ort: zeiTTor Museum der Stadt Neustadt in Holstein, Haakengraben 2-6, 23730 Neustadt in Holstein
Fürs Navi: Vor dem Kremper Tor
www.zeittor-neustadt.de


noch bis 31. Dezember 2021

Günter Grass
„INTO THE TREES“

Waldweg zwischen Buchen © Günter und Ute Grass Stiftung/Steidl VerlagDer Wald steht im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung „INTO THE TREES“, die im Günter Grass-Haus  zu sehen ist.

Günter Grass, der sich sehr gerne im Wald aufhielt, beschäftigte sich bereits in den 1980er Jahren mit dem Waldsterben, nicht zuletzt in seinem apokalyptischen Roman „Die Rättin“ von 1986. Die Ausstellung zeigt, welche Bedeutung der Wald im Schaffen des Schriftstellers, Malers und Bildhauers Grass hatte. In Poesie und Prosa, in Aquarellen, Zeichnungen, Lithographien und Plastiken setzt sich der Künstler immer wieder mit dem Wald und der stetig fortschreitenden Zerstörung der Umwelt durch den Menschen auseinander. Schnell wird deutlich, dass die Thematik nichts an Aktualität verloren hat, im Gegenteil: Sie ist aktueller denn je. Und so regt sie auch zum Nachdenken über die eigene Beziehung zum Wald heute an.

Insgesamt sind in der Ausstellung 30 bildkünstlerische Werke sowie Manuskripte von Günter Grass zu sehen, darunter Radierungen, Kohle-, Sepia- und Rötelzeichnungen, Lithografien, Aquarelle und Bronzeplastiken. Die Schau ist in drei Themenschwerpunkte unterteilt:

Im Themenblock „Wald als Rückzugsort von Günter Grass“ wird die idyllische Seite des Waldes gezeigt. Hier sind zahlreiche Waldbilder (und auch Gedichte) zu sehen, die in den 1990er Jahren auf der dänischen Ostseeinsel Møn entstanden sind, wo sich der Literaturnobelpreisträger in den Sommermonaten aufhielt und jeden Tag durch die Wälder streifte. Gleichzeitig wird in diesem Bereich der Ausstellung ein optischer Bruch von Trugbild und Realität vorgenommen, indem an der Decke befestigte und an einen künstlichen Wald erinnernde Paneelen eine Trennung zwischen idyllischem Wald und zerstörtem Wald vollziehen und gegenüberstellen. In diesem Bereich geht es zudem um den Bildband „Totes Holz“, in dem Günter Grass seine in den Jahren 1988/1989 mit Kohle und Sepia angefertigten Zeichnungen von abgestorbenen Bäumen herausgegeben hat. Mit dieser Dokumentation von sterbenden Wäldern, für ihn gleichbedeutend mit dem Untergang einer ganzen Märchenkultur, führte er den „Waldzustandsbericht“ der damaligen Bundesregierung als Satire vor. Einige der Manuskripte sind erstmals im Original ausgestellt.

Dem Roman „Die Rättin“ kommt in der Ausstellung eine Sonderstellung zu, da darin die apokalyptische Grundstimmung der 1980er Jahre verarbeitet wurde. Dementsprechend widmet sich der zweite Themenschwerpunkt dem Märchenwald in diesem Werk. Auszüge daraus machen deutlich, in welch satirischer Form das Schicksal der darin beschriebenen Waldfiguren, die ihren Lebensraum retten wollen und kläglich scheitern, abgehandelt wird. Außerdem wird in diesem Bereich das Drehbuch für einen Stummfilm thematisiert, den Günter Grass zusammen mit Volker Schlöndorff über das Waldsterben realisieren wollte. Zwar kam es dazu nie, doch wird ein für die Ausstellung produziertes Interview mit Schlöndorff gezeigt, der darin über die Pläne für diesen Film spricht.

Im dritten Bereich schließlich geht es um die Welt der 1980er Jahre, um den Hintergrund des Entstehungszeitraumes der „Rättin“ zu beleuchten. Auf die Besucher:innen wartet darin eine eigens für die Ausstellung entwickelte Filminstallation mit Originalaufnahmen der 1980er Jahre, um den Kontext dieses widersprüchlichen Jahrzehnts zwischen Punkern und Poppern, zwischen den Grünen und Helmut Kohls „geistig-moralischer Wende“ herzustellen. Während über die Bildschirme zu Hause „Die Schwarzwaldklinik“ oder „Die Schlümpfe“ flimmerten, wuchs in Wirklichkeit die Angst vor einem Atomkrieg, vor saurem Regen und vor dem Waldsterben. Die Filminstallation, die Mikhele Apitzsch erstellte, zeigt zahlreiche Referenzen zur Popkultur, auf die sich auch Grass zum Teil bezog.

Für kleine Besucher:innen ist eine Kinderecke vorgesehen. Dort wartet das beliebte Waldungeheuer „Grüffelo“ auf junge Talente, die es dem Maler Günter Grass gleichtun und die Wände bemalen wollen.

Begleitprogramm:

Lesung
„Eine Begegnung im Wald“
Im Lübecker Stadtwald liest Schauspielerin Susanne Höhne Texte aus dem Roman „Die Rättin“ sowie Gedichte von Günter Grass. Förster Knut Sturm erläutert zudem, wie sich der Wald im Zuge des Klimawandels verändert hat.
Freitag, 13. August und Mittwoch, 15. September 2021, 18:30 Uhr

Spaziergang
„Die Rättin im Garten“
Auf einem Literarischen Spaziergang von der Marienkirche über das Günter Grass-Haus in den Lübecker Schulgarten liest Schauspielerin Rachel Behringer Texte von Günter Grass.
Mittwoch, 25. August und Sonntag, 05. September 2021, 18:30 Uhr

Instagram-Aktion
#gghintothtrees
Waldfans sind dazu aufgerufen, ihre Bilder zum Thema „Wald“ unter #gghintothtrees auf Instagram zu posten oder per E-Mail an info@grass-haus.de zu senden. Mit den Bildern aus dieser Aktion wird eine Fotocollage für die Sonderausstellung entstehen. Zudem werden unter allen Einsendungen zehn Exemplare des neuen Buchs „Der lange Atem der Bäume“ von Peter Wohlleben verlost.

Workshops für Kinder ab 7 Jahren mit Nicole Kayser-Siewert:
Zauberwald:
Gestaltung eines Zauberwaldes mit verschiedenen Aquarelltechniken
Samstag, 18. September 2021, 14:00 – 16:30 Uhr
Waldwichtel:
Sägen, Schnitzen und Bemalen eines Waldwichtels aus Holz
Samstag, 25. September 2021, 14:00 – 16:30 Uhr
Tier-Pop-Up-Karten:
Gestaltung einer 3d-Pop-Up-Karte mit Tieren
Samstag, 23. Oktober 2021, 14:00 – 16:30 Uhr
Wald im Glas:
Erschaffung einer Miniatur-Waldlandschaft aus Naturmaterialien wie Kastanien oder Tannenzapfen
Samstag, 06. November 2021, 14:00 – 16:30 Uhr

Die Teilnahme an allen Kinderworkshops beträgt 12 €; Geschwisterkinder zahlen die Hälfte.
Anmeldung unter 0451 1224230 oder per Mail an grass-haus-shop@luebeck.de

Öffnungszeiten:
Montag – Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 8 €
Ermäßigte 4 €
Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren 2,50 €
Familienkarte 1:
9 € 1 Erwachsene/r und ihre/seine Kinder im Alter bis zu 18 Jahren
Familienkarte 2:
17 € bis zu 2 Erwachsene und deren Kinder im Alter bis zu 18 Jahren

Ort: Günter Grass-Haus, Glockengießerstraße 21, 23552 Lübeck
www.grass-haus.de


noch bis 28. März 2023

Interimsausstellung
“Buddenbrooks im Behnhaus”

Ausstellung Buddenbrooks im BehnhausTony Buddenbrook heißt ab sofort ihre Gäste im Behnhaus willkommen

Endlich kann mit der Wiederöffnung der LÜBECKER MUSEEN seit dem 12. Mai 2020 auch die bereits Ende März fertig gestellte Ausstellung „Buddenbrooks im Behnhaus“ der Öffentlichkeit
präsentiert werden.

Seit das Buddenbrookhaus nach seiner rauschenden Umzugsparty am 28. und 29 Dezember 2019 seine Pforten in der Mengstraße 4 für den umfassenden Umbau schließen musste, wurde an der Interimsausstellung im Museum Behnhaus Drägerhaus gefeilt. Das Ergebnis wird nun bis zum Ende der Umbaumaßnahmen des Literaturhauses, die trotz Corona planmäßig verlaufen, also voraussichtlich bis Herbst 2023 zu sehen sein.

Wir freuen uns, nun endlich die Buddenbrooks an ihrem neuen Standort zu zeigen. Wer die Inhalte des Romans und das bürgerliche Leben der Manns in Lübeck darstellen will, der kann keinen besseren Ort als das Behnhaus finden. Hier gehen das großbürgerliche Wohnumfeld und die bedeutende Kunst des 19. Jahrhunderts und der klassischen Moderne eine Symbiose ein wie kaum an einem Ort“, so der Leitende Direktor der LÜBECKER MUSEEN, Prof. Dr. Hans Wißkirchen.

Durch die Ausstellung führt Antonie „Tony“ Buddenbrook, Protagonistin aus Thomas Manns weltberühmtem Roman „Buddenbrooks“. Diese Romanfigur schien zur Präsentation der Ausstellung aufgrund ihrer Lust am Erzählen, ihrer Begeisterungsfähigkeit für Neues sowie ihres Engagements für Familie und Stadt bestens geeignet.

In einer Art „Homestory“ erzählt sie von den Romanen „Buddenbrooks“ und „Professor Unrat“, von den Schriftstellern Thomas und Heinrich Mann und vom bürgerlichen Leben im 19. Jahrhundert. Wie sah das Leben in Lübeck zu dieser Zeit aus, was bedeutete die Stadt für die Brüder und wie wurde sie Literatur? Tony lädt die Besucher:innen zu einer Zeitreise ins Lübeck der Buddenbrooks und der Manns ein. Dabei wird schnell klar, warum ausgerechnet das Museum Behnhaus Drägerhaus zur Kulisse für diese Interimsausstellung wurde: in den Räumen des klassizistischen Stadtpalais kann die Lebenswelt der Buddenbrooks authentisch erlebt werden. Tonys Anspruch an Vornehmheit wird dabei ebenfalls entsprochen. Bereits bei der Buddenbrooks-Neuverfilmung von Heinrich Breloer aus dem Jahre 2008 wurden einzelne Szenen im Behnhaus gedreht.

Die Ausstellung erstreckt sich über die historischen Wohnräume des Behnhauses im Erdgeschoss und beginnt in der Diele, wo aus der Perspektive Tony Buddenbrooks die Entstehungsgeschichte des Romans erläutert und Bezüge zu realen Vorbildern der Romanfiguren und damit natürlich auch zur Familiengeschichte der Manns hergestellt werden.

Neben der ehrerbietenden Familienbibel der Manns ist hier auch eine Tabakdose mit Darstellung einer Wintertroika ausgestellt, die vermutlich als Mitbringsel eines russischen Kunden im 19. Jahrhundert in den Mannschen Familienbesitz gekommen ist. Zuletzt befand sich die Tabakdose im Besitz von Lisa Dräger, die sie von der mit ihr befreundeten Ilse Mann geschenkt bekam. Als Leihgabe von Lisa Dräger wurde die Dose schon einmal in den frühen 1990er Jahren im Drägerhaus ausgestellt und ist damit nun gewissermaßen ins Haus „zurückgekehrt“.

Als weitere Kuriosität der Interimsausstellung gilt ein Fächer, der als Requisit in der Verfilmung von „Buddenbrooks“ 2008 von Jessica Schwarz als Tony Buddenbrook getragen wurde. Er ist mit einem Lübeck-Panorama gemalt und fasst so verschiedene, sich überlagernde Ebenen der Ausstellung zusammen: Fakt und Fiktion, Ortsgebundenheit und mediale „Emanzipation“ der Geschichte, Vergangenheit und ihre Übertragung in die Gegenwart.

Zu den Highlights der Ausstellung zählt außerdem ein Klingelzug aus dem 19. Jahrhundert, mit dem die Familie Mann nach den Dienstboten geläutet haben soll und der nun erstmals museal präsentiert wird. Mit seinen 2,22 Meter Länge und der reichen Wollstickerei mit Glasperlen ist er ein besonders schönes Exponat, das viel über das Leben im Lübecker Patriziat erzählt.

Für die Ausstellung „Buddenbrooks im Behnhaus“ wurde eigens ein eGuide konzipiert, mit dessen Hilfe man sich per App kostenlos auf dem eigenen Smartphone auch in Corona-Zeiten sicher durch die Ausstellung führen lassen kann und dennoch nicht auf wertvolle Hintergrundinformationen zu verzichten braucht.

Am 09. Juni 2020 eröffnet außerdem direkt zwischen Marienkirche und Rathaus unter dem Titel „Buddenbrooks am Markt“ ein Infocenter mit Museumsshop, in dem nicht nur Souvenirs des Buddenbrookhauses erstanden, sondern auch umfassende Informationen zum Stand des Umbaus des berühmten Literaturmuseums eingeholt werden können.

Öffnungszeiten:
01.04. – 31.12. Dienstag – Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr
01.01. – 31.03. Dienstag – Sonntag 11:00 – 17:00 Uhr

Eintritt: 
Erwachsene 8 €
Kinder unter 6 Jahren frei
Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren 2,50 €
Ermäßigte 4,- €

Ort: Museum Behnhaus Drägerhaus, Königstraße 9-11, 23552 Lübeck
www.museum-behnhaus-draegerhaus.de

www.buddenbrookhaus.de


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