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Ausstellungen Travemünde und
Schleswig-Holstein Dezember 2020

 

Dauerausstellung

„Vogelleben zwischen Fluss und Meer“

Ausstellung „Vogelleben zwischen Fluss und Meer“ in der Naturwerkstatt Priwall © lpvIm August 2020 wurde in der Naturwerkstatt Priwall die Dauerausstellung „Vogelleben zwischen Fluss und Meer“ eröffnet.

Diese erzählt von der abwechslungsreichen und faszinierenden Natur des Priwalls und der Geschichte, wie diese Halbinsel zu einem ganz besonderen Refugium für selten gewordene und gefährdete Küstenvögel wurde.

Durch verschiedene Ausstellungsobjekte, interaktive Medien und spielerische Stationen lädt sie Jung und Alt ein, die Natur des Priwalls zu entdecken und ihre gefiederten Bewohner näher kennenzulernen. Dabei darf selber ausprobiert und gerätselt werden:
Wo finde ich den besten Brutplatz für einen Kiebitz?
Und wie genau werden Vögel eigentlich gezählt?
Abgerundet wird die Ausstellung durch naturgetreue Dioramen, die die Vögel in ihren natürlichen Lebensräumen zeigen.

Die Naturwerkstatt Priwall ist ein Besucher- und Informationszentrum des Landschaftspflegevereins Dummersdorfer Ufer e. V., gelegen am Rande des Naturschutzgebietes „Südlicher Priwall“. Regelmäßig starten von hier aus naturkundliche Führungen mit botanischem, vogelkundlichem oder naturhistorischem Schwerpunkt.

Öffnungszeiten 2020:
April – Oktober täglich, außer dienstags: 10:00 – 17:00 Uhr
November-März freitags – sonntags: 10:00 – 16:00 Uhr
Gruppen nach Absprache

Eintritt:
Erwachsene: 5 €
Kinder (ab 6 Jahre): 3 €
Familien oder Gruppen (mind. 10 Personen und nur mit Anmeldung) erhalten 20 % Rabatt

Ort: Naturwerkstatt Priwall, Fliegerweg 5-7, 23570 Travemünde-Priwall
Tel. 04502 9996465

www.dummersdorfer-ufer.de

Foto © LPV (Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer)


noch bis 03. Januar 2021

„Nordwärts/Südwärts.
Begegnungen zwischen dem Polarkreis und Lübeck“

Skulptur der Meerjungfrau Sedna von Isaak aus Sanikiluaq, Kanada, um 2015, Serpentin, Karibugeweih, HolzErste Ausstellung der Lübecker Völkerkundesammlung unter neuer Leitung

Ganz im Zeichen des diesjährigen Mottos „Nachbarn im Norden“ der LÜBECKER MUSEEN steht die erste Ausstellung der Lübecker Völkerkundesammlung unter ihrem neuen Leiter Dr. Lars Frühsorge: „Nordwärts/Südwärts. Begegnungen zwischen dem Polarkreis und Lübeck“ lautet deren Titel und soll den Besucher:innen vom 17. September 2020 bis 03. Januar 2021 in den Räumen des St. Annen-Museums einen vollkommen neuen Blick auf die Länder und Kulturen rund um den Polarkreis vermitteln.

Während Lübeck als „Königin der Hanse“ bislang als Zivilisationsbringerin für den Norden galt, soll hier der Fokus erstmals umgekehrt auf den Einfluss des Nordens auf die norddeutsche Lebenswelt gelegt werden.

Die althergebrachte Sichtweise auf den Norden aus der Perspektive Lübecks wird aus heutiger Sicht hinterfragt und neu interpretiert.

Anhand zahlreicher lange in der Völkerkundesammlung verborgener Schätze aus Skandinavien, Sibirien, Grönland, Kanada und Alaska werden alle Facetten der Wahrnehmung der nördlichen Kulturen aufgezeigt. Zu sehen sind traditionelle und moderne Kunst, aber auch Gebrauchsgegenstände wie Musikinstrumente, Kleidung, Jagdwaffen, Haushaltsutensilien und Ritualgegenstände. Einige dieser Stücke zählen zu den ältesten Objekten der LÜBECKER MUSEEN und wurden noch nie ausgestellt. Fotografien bis heute isolierter Weltgegenden, Videos und Hörstationen mit Legenden, Reiseberichten und Musik, aber auch Objekte aus der traditionellen Lebenswelt des Schamanismus sowie geniale Erfindungen der Sami und Inuit erlauben es, tiefer in vergangene Zeiten und fremde Kulturen einzutauchen. Doch auch erste touristische Souvenirs oder Postkarten geben Aufschluss über das Bild, das vom „Leben im Norden“ bis heute vermittelt werden soll.

Zu den Highlights der Ausstellung gehören unter anderem eine indianische Tanzmaske aus Kanada und ein kunstvoll verzierter Hut aus Alaska. Zudem ist eine erst kürzlich wiederentdeckte Schamanentrommel der Sami aus Lappland zu sehen, deren verblasste Zauberzeichen eigens für die Ausstellung mit einem digitalen Verfahren wieder sichtbar gemacht wurden. Weltweit gibt es nur noch eine zweistellige Zahl dieser Trommeln.
Als weiterer Schatzfund gilt eine schon länger im Bestand der Lübecker Völkerkundesammlung enthaltene Skulptur, die sich erst in der Vorbereitung auf die Ausstellung als Kunstwerk des weltbekannten Inuit-Bildhauers George Arluuk entpuppte. Arluuk gilt als Pionier der abstrakten Kunst in der Arktis.

Doch auch unbequemen oder politischen Themen soll in der Ausstellung „Nordwärts/Südwärts“ nachgegangen werden.
Was machten die Nazis in der Arktis?
Welche Rolle spielte Lübeck in Zeiten des Walfangs?
Welche Geschichte verbindet sich mit der schwedischen Kirche in der Hafenstraße?
Bezüge zu aktuellen Problemen wie dem Klimawandel, dem Kreuzfahrttourismus oder der Erschließung von arktischen Rohstoffen sowie die kontroversen Diskussionen um die Pipeline Nord Stream werden aufgezeigt.

Für Kinder ist eine Sektion mit arktischem Spielzeug vorgesehen, unter anderem mit einem Videospiel einer indigenen Gemeinschaft aus Alaska. Zudem ist die Ausstellung sehr modern konzipiert und wartet mit zahlreichen Audio- und Videostationen auf, wo beispielsweise ein exklusiv für die Ausstellung produziertes Musikvideo von Mari Boine, der international bekanntesten Sängerin der Sami, zu sehen ist.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von 19,50 €.

Begleitet wird die Ausstellung von einem vielfältigen Rahmenprogramm, dessen Aktualität aufgrund der derzeitigen Pandemiesituation allerdings stets kurzfristig auf der Homepage der Völkerkundesammlung bzw. des St. Annen-Museums zu überprüfen ist.

Begleitprogramm:
Kuratorenführungen durch die Sonderausstellung mit Dr. Lars Frühsorge am 26. September um 14 Uhr, 18. Oktober um 15 Uhr, 20. November um 15 Uhr sowie am 06. Dezember 2020 um 15 Uhr, 12 €
Einführung für Multiplikatoren am 28. September 2020, 15 Uhr, für Lehrer:innen kostenfrei
exhibiT Multidisziplinäre Performance an der Schnittstelle zwischen Tanztheater und Ausstellung, gefördert durch die Aktion „Kulturfunke‘‘, 25. September, 18 Uhr sowie 26. September 2020, 16 Uhr, Eintritt frei
Von Tschukotka bis Murmansk: Rohstoffboom und indigene Gemeinschaften in Russland Vortrag von Tjan Zaotschnaja, 18. Oktober 2020, 17 Uhr, 10 €
Kunsthandwerk aus Fischleder Workshop zum traditionellen Handwerk der Nanai in Sibirien, 24. Oktober 2020, 14 Uhr, 20 € (inkl. Material)
Völkerschau-Objekte Tagung zur deutschen Kolonialgeschichte in Kooperation mit dem ZKFL und der Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde zu Lübeck e. V., 27. bis 29. Oktober 2020, Anmeldung unter vks@luebeck.de
Bundesweiter Vorlesetag Märchen, Legenden und historische Reiseberichte aus den Ländern rund um den Polarkreis, 20. November 2020, 14 Uhr, 8 €
Finnische Webkunst Vortrag, 24. November 2020, 18 Uhr, 10 €
Wetterstationen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg Vortrag, 26. November, 18:30 Uhr, 10 €
Finnlandbegeisterung in 599 klassischen Versen Vortrag, 10. Dezember 2020, 18 Uhr, 10 €

Öffnungszeiten:
01.04. – 31.12. 10:00 –17:00 Uhr
01.01. – 31.03. 11:00 – 17:00 Uhr

Eintritt: Erwachsene 8 €, Ermäßigte 4 €, Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren 2,50 €, Kinder unter 6 Jahren frei

Ort: St. Annen-Museum, St. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck
www.st-annen-museum.de

Foto © Völkerkundesammlung Lübeck


noch bis 10. Januar 2021

„Das andere Goldene Zeitalter.
Johann Ludwig Lund und
der deutsch-dänische Künstlerkreis“

Johann Ludwig Lund – Jungfrau Maria mit Jesuskind und Johannesknaben 1832, Sammlung Hirschsprung, DetailNachbarn im Norden” lautet das diesjährige Motto der LÜBECKER MUSEEN; gleichzeitig wird 2020 auch das deutsch-dänische Freundschaftsjahr begangen. Daher lag es für das Museum Behnhaus Drägerhaus nahe, sich einem heute völlig zu Unrecht in Vergessenheit geratenen deutsch-dänischen Maler zu widmen: Johann Ludwig Lund.

Die Sonderausstellung “Das andere Goldene Zeitalter. Johann Ludwig Lund und der deutsch-dänische Künstlerkreispräsentiert Lunds Werk erstmals in größerem Umfang. Der Ausstellung liegt ein vom dänischen Kulturministerium gefördertes Forschungsprojekt zugrunde. Sie wurde von der Sammlung Hirschsprung und dem Ribe Kunstmuseum aus deren Bestand konzipiert; des Weiteren sind Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen in Dänemark, Norwegen und Deutschland zu sehen.

Johann Ludwig Gebhard Lund (1777 – 1867) war in erster Linie Historienmaler und zählte zu den wenigen dänischen Künstlern, die öffentliche Aufträge erhielten. So schuf er großformatige Historienbilder für öffentliche Bauten sowie Altarbilder für Kirchen im ganzen Land. Zudem war er auch immer wieder als Porträt- und Landschaftsmaler tätig. Er konnte sich auf ein internationales Netzwerk stützen, zu dem unter anderem Friedrich Overbeck, Peter Cornelius, die Schriftstellerin Friederike Brun, Caroline von Humboldt und Charlotte Schiller zählten; auch pflegte er Freundschaften zu namhaften Künstlern jener Zeit wie beispielsweise mit Caspar David Friedrich.

1818 wurde er als Professor an die Königliche Kunstakademie in Kopenhagen berufen, wo er lange Jahre lehrte und zusammen mit Christoffer Wilhelm Eckersberg die dänische Malergeneration ausbildete, deren Werke jene Ära prägten, die heute als das dänische “Goldene Zeitalter” bekannt ist. Damit spielte Lund in den europäischen Künstlerkreisen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Zu seinen Schülern zählten Johan Thomas Lundbye, Ditlev Blunck und Christian Gottlieb Kratzenstein Stub.

Die Ausstellung im Museum Behnhaus Drägerhaus beleuchtet Lunds Rolle in der europäischen Kunstszene anhand verschiedener Stationen, die in die bestehende Sammlung des Museums als Interventionen eingeflochten werden. Die Stationen der Werke ergeben sich aus den Orten, die den viel gereisten Künstler inspirierten: Dresden, Italien und insbesondere Rom, Sophienholm nördlich von Kopenhagen sowie die dänische Hauptstadt selbst. An diesen Orten begegnete er Künstler:innen, die ihn beeinflussten oder die wiederum in seine Fußstapfen getreten sind. Darüber hinaus machen die Vergleiche seiner Werke mit denen seiner Zeitgenossen die zentrale Rolle Lunds in der Kunst der Romantik deutlich.

Begleitprogramm:
Öffentliche Führungen – jeden Sonntag, 11:30 Uhr, 4 € zzgl. Eintritt
Individuelle Führungen: Information und Buchung Esther-Maria Rittwagen Tel. 0451 122 4260 behnhaus@luebeck.de

Klangbilderkonzert
Donnerstag, 10. Dezember 2020, 19:30 Uhr, Kammerspiele des Theater Lübeck, Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Niels Wilhelm Gade und dänische Volkslieder; Karten, beim Theater Lübeck erhältlich

Öffnungszeiten:
01.04. – 31.12. Dienstag – Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr
01.01. – 31.03. Dienstag – Sonntag 11:00 – 17:00 Uhr

Eintritt: 
Erwachsene 8 €
Kinder unter 6 Jahren frei
Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren 2,50 €
Ermäßigte 4,- €

Ort: Museum Behnhaus Drägerhaus, Königstraße 9-11, 23552 Lübeck
www.museum-behnhaus-draegerhaus.de


noch bis 17. Januar 2021

»Geschichte(n) zum Erleben –
Das Bauprojekt Kloster 2026«

Europäisches Hansemuseum - Ausstellung Geschichtserlebnisraum im Burgkloster 2020 © Olaf Malzahn»Ein altes Sprichwort besagt: ›Um ein Kind zu erziehen bedarf es eines Dorfes.‹ Wir haben ein Dorf! Museal anmutend aber eben KEIN Museum, sondern ein Ort für Begegnungen und Abenteuer im historischen Ambi-ente.« (Frank Thomas, einer der Gründer des Geschichtserlebnisraum Ro-ter Hahn)

Geschichte zum Leben erwecken und selbst Teil davon werden?

In Kooperation mit dem Geschichtserlebnisraum Roter Hahn (GER) präsentiert das Europäische Hansemuseum ausgewählte Objekte, die veranschaulichen, was offenes Leben und Arbeiten mit Schwerpunkten der Geschichts- und Umweltpädagogik leisten können.

Herzstück ist dabei das Modell einer mittelalterlichen Klosteranlage, welches erstmals einem größeren Publikum präsentiert wird. Das Kloster, inklusive Kochstelle, Kräutergarten und Kreuzgang, entsteht derzeit auf dem Freigelände des Geschichtserlebnisraums in Kücknitz und soll 2026 fertiggestellt werden.

Bereits der Bau ist Teil des pädagogischen Konzeptes: Die Besucher:innen können die Konstruktion direkt vor Ort verfolgen und daran teilhaben. Zukünftig soll das Kloster für die vielseitigen Projekte und Aktionen des GER genutzt werden und den Kindern und Jugendlichen das Leben und Arbeiten im Mittelalter hautnah vermitteln.

Neben dem Klostermodell können in der kleinen Sonderausstellung weitere Objekte bestaunt werden, die im Geschichtserlebnisraum entstanden sind und dort in der Vermittlungsarbeit zum Einsatz kommen. Eine von insgesamt 33 eindrucksvollen Bildtafeln, die eine auf dem Gelände befindliche Holzkirche zieren oder ein slawischer Kochtopf, in dem schon das ein oder andere Süppchen gekocht wurde, zeugen von der handwerklichen Arbeit.

Die Kooperation zwischen dem Europäischen Hansemuseum und dem Geschichtserlebnisraum Roter Hahn liegt nahe: Im Museum Erlerntes kann hier von Kindern unmittelbar erlebt und selbst ausprobiert werden. Das reicht von der Benutzung eines mittelalterlichen Tretkrans bis hin zur Herstellung von Backsteinen.

Begleitet wird die Sonderausstellung mit exklusiven Führungen direkt auf dem Gelände des Geschichtserlebnisraums:
jeden vierten Samstag im Monat von August bis November 2020 sowie am 05. Dezember 2020 um jeweils 15:00 Uhr.
Die Führungen kosten 5 € pro Person, eine Anmeldung unter invita-tion@hansemuseum.eu oder telefonisch unter 0451 80 90 99 0 ist erforderlich.
Treffpunkt ist der Geschichtserlebnisraum Roter Hahn Lübeck e. V., Pommernring 58, in 23569 Lübeck-Kücknitz.

Am Sonntag, 20. September 2020, laden das Europäische Hansemuseum und der Geschichtserlebnisraum außerdem zu einem Tag voller Mitmachaktionen auf dem Museumsgelände des EHM ein. Der Eintritt dazu ist frei, das Programm wird auf www.hansemuseum.eu veröffentlicht.

Öffnungszeiten: 
täglich 10:00 – 18:00 Uhr (außer 24.12.)

Eintritt:
Erwachsener 13 €, Ermäßigte 9 €, Familienticket klein 19 €, Familienticket groß 32 €

Ort: Europäisches Hansemuseum, Burgkloster, An der Untertrave 1, 23552 Lübeck
www.hansemuseum.eu


noch bis Herbst 2023

Interimsausstellung
“Buddenbrooks im Behnhaus”

Ausstellung Buddenbrooks im BehnhausTony Buddenbrook heißt ab sofort ihre Gäste im Behnhaus willkommen

Endlich kann mit der Wiederöffnung der LÜBECKER MUSEEN seit dem 12. Mai 2020 auch die bereits Ende März fertig gestellte Ausstellung „Buddenbrooks im Behnhaus“ der Öffentlichkeit
präsentiert werden.

Seit das Buddenbrookhaus nach seiner rauschenden Umzugsparty am 28. und 29 Dezember 2019 seine Pforten in der Mengstraße 4 für den umfassenden Umbau schließen musste, wurde an der Interimsausstellung im Museum Behnhaus Drägerhaus gefeilt. Das Ergebnis wird nun bis zum Ende der Umbaumaßnahmen des Literaturhauses, die trotz Corona planmäßig verlaufen, also voraussichtlich bis Herbst 2023 zu sehen sein.

Wir freuen uns, nun endlich die Buddenbrooks an ihrem neuen Standort zu zeigen. Wer die Inhalte des Romans und das bürgerliche Leben der Manns in Lübeck darstellen will, der kann keinen besseren Ort als das Behnhaus finden. Hier gehen das großbürgerliche Wohnumfeld und die bedeutende Kunst des 19. Jahrhunderts und der klassischen Moderne eine Symbiose ein wie kaum an einem Ort“, so der Leitende Direktor der LÜBECKER MUSEEN, Prof. Dr. Hans Wißkirchen.

Durch die Ausstellung führt Antonie „Tony“ Buddenbrook, Protagonistin aus Thomas Manns weltberühmtem Roman „Buddenbrooks“. Diese Romanfigur schien zur Präsentation der Ausstellung aufgrund ihrer Lust am Erzählen, ihrer Begeisterungsfähigkeit für Neues sowie ihres Engagements für Familie und Stadt bestens geeignet.

In einer Art „Homestory“ erzählt sie von den Romanen „Buddenbrooks“ und „Professor Unrat“, von den Schriftstellern Thomas und Heinrich Mann und vom bürgerlichen Leben im 19. Jahrhundert. Wie sah das Leben in Lübeck zu dieser Zeit aus, was bedeutete die Stadt für die Brüder und wie wurde sie Literatur? Tony lädt die Besucher:innen zu einer Zeitreise ins Lübeck der Buddenbrooks und der Manns ein. Dabei wird schnell klar, warum ausgerechnet das Museum Behnhaus Drägerhaus zur Kulisse für diese Interimsausstellung wurde: in den Räumen des klassizistischen Stadtpalais kann die Lebenswelt der Buddenbrooks authentisch erlebt werden. Tonys Anspruch an Vornehmheit wird dabei ebenfalls entsprochen. Bereits bei der Buddenbrooks-Neuverfilmung von Heinrich Breloer aus dem Jahre 2008 wurden einzelne Szenen im Behnhaus gedreht.

Die Ausstellung erstreckt sich über die historischen Wohnräume des Behnhauses im Erdgeschoss und beginnt in der Diele, wo aus der Perspektive Tony Buddenbrooks die Entstehungsgeschichte des Romans erläutert und Bezüge zu realen Vorbildern der Romanfiguren und damit natürlich auch zur Familiengeschichte der Manns hergestellt werden.

Neben der ehrerbietenden Familienbibel der Manns ist hier auch eine Tabakdose mit Darstellung einer Wintertroika ausgestellt, die vermutlich als Mitbringsel eines russischen Kunden im 19. Jahrhundert in den Mannschen Familienbesitz gekommen ist. Zuletzt befand sich die Tabakdose im Besitz von Lisa Dräger, die sie von der mit ihr befreundeten Ilse Mann geschenkt bekam. Als Leihgabe von Lisa Dräger wurde die Dose schon einmal in den frühen 1990er Jahren im Drägerhaus ausgestellt und ist damit nun gewissermaßen ins Haus „zurückgekehrt“.

Als weitere Kuriosität der Interimsausstellung gilt ein Fächer, der als Requisit in der Verfilmung von „Buddenbrooks“ 2008 von Jessica Schwarz als Tony Buddenbrook getragen wurde. Er ist mit einem Lübeck-Panorama gemalt und fasst so verschiedene, sich überlagernde Ebenen der Ausstellung zusammen: Fakt und Fiktion, Ortsgebundenheit und mediale „Emanzipation“ der Geschichte, Vergangenheit und ihre Übertragung in die Gegenwart.

Zu den Highlights der Ausstellung zählt außerdem ein Klingelzug aus dem 19. Jahrhundert, mit dem die Familie Mann nach den Dienstboten geläutet haben soll und der nun erstmals museal präsentiert wird. Mit seinen 2,22 Meter Länge und der reichen Wollstickerei mit Glasperlen ist er ein besonders schönes Exponat, das viel über das Leben im Lübecker Patriziat erzählt.

Für die Ausstellung „Buddenbrooks im Behnhaus“ wurde eigens ein eGuide konzipiert, mit dessen Hilfe man sich per App kostenlos auf dem eigenen Smartphone auch in Corona-Zeiten sicher durch die Ausstellung führen lassen kann und dennoch nicht auf wertvolle Hintergrundinformationen zu verzichten braucht.

Am 09. Juni 2020 eröffnet außerdem direkt zwischen Marienkirche und Rathaus unter dem Titel „Buddenbrooks am Markt“ ein Infocenter mit Museumsshop, in dem nicht nur Souvenirs des Buddenbrookhauses erstanden, sondern auch umfassende Informationen zum Stand des Umbaus des berühmten Literaturmuseums eingeholt werden können.

Öffnungszeiten:
01.04. – 31.12. Dienstag – Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr
01.01. – 31.03. Dienstag – Sonntag 11:00 – 17:00 Uhr

Eintritt: 
Erwachsene 8 €
Kinder unter 6 Jahren frei
Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren 2,50 €
Ermäßigte 4,- €

Ort: Museum Behnhaus Drägerhaus, Königstraße 9-11, 23552 Lübeck
www.museum-behnhaus-draegerhaus.de

www.buddenbrookhaus.de


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