Ausstellungen Travemünde und
Schleswig-Holstein Juli 2026
Seiteninhalte
- Ausstellungen Travemünde und
Schleswig-Holstein Juli 2026
- Dauerausstellung „Vogelleben zwischen Fluss und Meer“
- „Der Sturm – alles ausser Shakespeare“ Gemeinschaftsausstellung vom Lübecker Lyriktreff und Defacto Art e. V.
- »Ziemlich privilegiert! Lübeck und die Reichsfreiheit«
- „Der Lübecker Divan. Ein Reiseführer für die Seidenstraße“
- HIGHLIGHTS Objekte der Sammlung erzählen ihre Geschichte
- „Bis auf die Knochen“
- „Gewachsen. Geteilt. Geeint. Grenzgeschichte(n)“
- „Trave – Taucher – Technik. Ohne Taucher geht es nicht!“
- DIMENSIONEN DER FREIHEIT. Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt
- Installation Benedikte Bjerre „The Birds“
- 8. Sandskulpturen-Ausstellung „Zeitreise – Geschichte, Mythen & Kindheitsträume aus Sand“
- ERNST BARLACH – KÄTHE KOLLWITZ: WAS IST DENN VATERLAND?
- „Alfred Mahlau. Festzug 1926“
- „Munition im Meer – Das explosive Erbe“
- »Helme Heine – Es war einmal …«
- Fabian Syrbe „Denn sie wissen, was sie tun“
- Sascha Wien „Stadt, Natur und Mensch“
- „Homo digitalis“ Gerd Rehme
Hier finden Sie Ausstellungen im Juli 2026 in Lübeck-Travemünde und Umgebung.
Dauerausstellung
„Vogelleben zwischen Fluss und Meer“
Im August 2020 wurde in der Naturwerkstatt Priwall die Dauerausstellung „Vogelleben zwischen Fluss und Meer“ eröffnet.
Diese erzählt von der abwechslungsreichen und faszinierenden Natur des Priwalls und der Geschichte, wie diese Halbinsel zu einem ganz besonderen Refugium für selten gewordene und gefährdete Küstenvögel wurde.
Durch verschiedene Ausstellungsobjekte, interaktive Medien und spielerische Stationen lädt sie Jung und Alt ein, die Natur des Priwalls zu entdecken und ihre gefiederten Bewohner näher kennenzulernen. Dabei darf selber ausprobiert und gerätselt werden:
Wo finde ich den besten Brutplatz für einen Kiebitz?
Und wie genau werden Vögel eigentlich gezählt?
Abgerundet wird die Ausstellung durch naturgetreue Dioramen, die die Vögel in ihren natürlichen Lebensräumen zeigen.
Die Naturwerkstatt Priwall ist ein Besucher- und Informationszentrum des Landschaftspflegevereins Dummersdorfer Ufer e. V., gelegen am Rande des Naturschutzgebietes „Südlicher Priwall“. Regelmäßig starten von hier aus naturkundliche Führungen mit botanischem, vogelkundlichem oder naturhistorischem Schwerpunkt.
Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag: 10:00 – 16:00 Uhr
Eintritt: frei
Ort: Naturwerkstatt Priwall, Fliegerweg 5-7, 23570 Travemünde-Priwall
Tel. 04502 9996465
www.naturwerkstatt-priwall.de
Foto © LPV (Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer)
noch bis 5. Juli 2026
„Der Sturm – alles ausser Shakespeare“
Gemeinschaftsausstellung vom Lübecker Lyriktreff und Defacto Art e. V.
Unter dem Thema „Sturm – alles außer Shakespeare“ haben sich zum dritten Mal die Künstler:innen des Lübecker Lyriktreffs und des Defacto Art e. V. zu einer spannenden und stürmischen lyrischen Begegnung zusammengefunden.
Sturm – das ist nicht nur ein gewaltiges Wetterereignis, sondern auch eine Metapher für innere Aufruhr, gesellschaftlichen Umbruch, existentielle Angst und emotionale Zerrissenheit.
Die Ausstellung spannt einen weiten Bogen durch verschiedene Emotionen und Gestaltungsinterpretationen und zeigt damit viele Facetten eines Sturmes.
Lassen Sie sich von der Bildhaftigkeit und der Sprache fortreißen und erleben Sie, wie Lyrik und bildende Kunst das Unwetter in den Ausstellungsraum bringen.
Die beiden Lesungen ergänzen die Dynamik.
Fr. 26.06.2026 19:00 Vernissage
So. 28.06.2026 15:00 Lesung mit Musik
Do. 02.07.2026 19:30 öffentlicher Lyriktreff für alle
So. 05.07.2026 15:00 Finissage mit Lesung und Musik
Öffnungszeiten:
mittwochs – freitags 16:00 – 19:00 Uhr
samstags und sonntags 13:00 – 18:00 Uhr
Eintritt: frei
Ort: Kunsttankstelle Lübeck, Wallstraße 3 – 5, 23560 Lübeck
https://defacto-art.org/
noch bis 23. August 2026
»Ziemlich privilegiert!
Lübeck und die Reichsfreiheit«
Was heißt es eigentlich, »ziemlich privilegiert« zu sein?
Früher und heute gab und gibt es Privilegien und Sonderrechte für bestimmte Personen und Gruppen. Aber auch ganze Städte konnten besonders privilegiert werden – so auch Lübeck.
Durch den 1226 ausgestellten Reichsfreiheitsbrief nimmt die Stadt über Jahrhunderte eine gegenüber ihren Nachbarn herausgehobene Stellung ein. Mit ihren zahlreichen Bestimmungen prägt die Urkunde die Hansestadt zum Teil bis heute.
Diesen Aspekten widmet sich die Sonderausstellung des Archivs der Hansestadt Lübeck (AHL) anhand zahlreicher Objekte. Und mit dem Reichsfreiheitsbrief wird das wohl bedeutendste Dokument der Lübecker Geschichte im Original gezeigt.
Öffentliche Kurator:innen-Führungen begleiten die Schau.
Öffnungszeiten:
täglich 10:00 – 18:00 Uhr
Eintritt:
Erwachsene: 8 €
Ermäßigt: 5 € (Lübecker Stadtführer, Lübeck Card Inhaber:innen, Begleitperson einer schwerbehinderten Person)
Freier Eintritt: Kinder unter 18 Jahren, Auszubildende, Studierende, Inhabende einer Ehrenamtskarte, schwerbehinderte ab 50%
Führungen: im Eintrittspreis enthalten
Ort: Europäisches Hansemuseum, Burgkloster, An der Untertrave 1, 23552 Lübeck
https://hansemuseum.eu
Foto © Olaf Malzahn
noch bis 30. August 2026
„Der Lübecker Divan. Ein Reiseführer für die Seidenstraße“
Die Lübecker Sammlung Kulturen der Welt nimmt eine der bekanntesten Handels- und
Reiserouten seit der Antike in den Blick: Am 6. März wird die Ausstellung „Der Lübecker Divan. Ein Reiseführer für die Seidenstraße“ im St. Annen-Museum eröffnet.
Im Fokus stehen die Beziehungen zwischen Lübeck und den Ländern Ost- und Zentralasiens bis in die Gegenwart, veranschaulicht durch 96 Exponate aus 18 Ländern, darunter die Zentralasien-Sammlung des ersten Direktors des Lübecker Völkerkundemuseums aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Der Titel der Schau wird dabei ganz wörtlich genommen, da sie auf klassische Museumstexte verzichtet, sondern den Besuchenden die Thematik mittels Infoboxen im Jargon von Reisehandbüchern vermittelt.
Zudem bietet die Sammlung Kulturen der Welt im Herbst auch erstmalig eine begleitete Reise durch Turkmenistan und Usbekistan an.
Die Ausstellung wurde vom Sammlungsdirektor Dr. Lars Frühsorge zusammen mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Olaf Günther kuratiert.
Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr
Geöffnet: Karfreitag , Ostersonntag, Ostermontag, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag
Eintritt: Tageskarte – Lübeck Day Pass 12 €
Freier Eintritt für folgende Personen: Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren | Schüler:innen, Student:innen und Auszubildende | FSJler:innen (Freiwilliges Soziales Jahr) | Inhaber:innen der LübeckCard und der Ehrenamtskarte | Schwerbehinderte mit mind. 50 GdB und ihre Begleitperson (B) | Mitglieder folgender Verbände: Verein der Freunde der Museen der Hansestadt Lübeck e.V. | Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg e.V. | Deutscher Museumsbund e.V. | ICOM (International Council of Museums)
Ort: St. Annen-Museum, St. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck
https://st-annen-museum.de/
https://skw.die-luebecker-museen.de/
Foto © Sammlung Kulturen der Welt, Lübeck
noch bis 6. September 2026
HIGHLIGHTS
Objekte der Sammlung erzählen ihre Geschichte
In seiner Sommerausstellung „HIGHLIGHTS – Objekte der Sammlung erzählen ihre Geschichte“ widmet sich das Ostholstein-Museum den eigenen Sammlungsbeständen:
Im Zuge der aktuellen Umgestaltung der Dauerausstellung werden bereits bekannte Exponate aus der permanenten Ausstellung, aber auch verborgene Kunstgegenstände aus den Magazinen in neuem Kontext gemeinsam präsentiert.
Begleitend dazu werden die Glanzstücke der Sammlung mit weiterführenden Texten vorgestellt, denn fast jedes Bild, Möbel oder Objekt hat seine ganz eigene spannende Geschichte – und birgt so manche Überraschung.
Öffnungszeiten:
dienstags – sonntags/feiertags: 11:00 – 17:00 Uhr
Eintritt: 8 €, mit Ostseecard 6 €, Jugendliche (14 – 18 Jahre), Azubis, Studierende und Schwerbehinderte 4 €, Kinder unter 14 Jahre frei
Ort: Ostholstein-Museum Eutin, Schlossplatz 1, 23701 Eutin
www.oh-museum.de
Foto © Klaus Fußmann
noch bis 13. September 2026
„Bis auf die Knochen“
Knochen faszinieren mit ihren biologischen Funktionen und Leistungen sowie als Material.
Die neue Sonderausstellung „Bis auf die Knochen“ des Lübecker Museums für Natur und Umwelt
lädt dazu ein, Knochen und Skelette aus verschiedenen Perspektiven zu entdecken. Sie gibt Einblicke in Evolution, Anatomie, Physiologie sowie in die Prozesse beim „Versteinern“ von Knochen.
Zu sehen sind über 100 Objekte vom Jura bis in die Gegenwart; das älteste unter ihnen ist etwa 150 Millionen Jahre alt. Es werden Knochen verschiedenster Tierarten gezeigt, vom Hai über ein Krokodil bis hin zum Flusspferd.
Die Exponate stammen größtenteils aus den naturwissenschaftlichen Sammlungen des Hauses, viele Objekte werden zum ersten Mal im Museum präsentiert. Sie kommen aus aller Welt und der Region.
Darüber hinaus gibt es auch ausgewählte Gegenstände aus der Lübecker Sammlung Kulturen der Welt sowie lokale Funde der städtischen Archäologie und Denkmalpflege.
Ein besonderes Highlight ist das Knochenwesen „Leviathan“ der Künstlerin Käthe Wenzel.
Die Ausstellung wurde von der wissenschaftlichen Volontärin Kira Hinrichs zusammen mit der Direktorin des Museums für Natur und Umwelt Dr. Susanne Füting kuratiert.
Öffnungszeiten:
Di – Fr 09:00 – 17:00 Uhr
Sa und So 10:00 – 17:00 Uhr
an Feiertagen 10:00 – 17:00 Uhr
Feiertage:
geöffnet: Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag,
Eintritt:
Erwachsene 6 €
Freier Eintritt für: Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren | Schüler:innen, Student:innen und Auszubildende | FSJler:innen (Freiwilliges Soziales Jahr) | Inhaber:innen der LübeckCard und der Ehrenamtskarte | Schwerbehinderte mit mind. 50 GdB und ihre Begleitperson (B) | Mitglieder folgender Verbände: Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg e.V. | Deutscher Museumsbund e.V. | ICOM (International Council of Museums)
Tageskarte – Lübeck Day Pass 12 €
Ort: Museum für Natur und Umwelt, Musterbahn 8, 23552 Lübeck
https://museum-fuer-natur-und-umwelt.de
noch bis 14. Oktober 2026
„Gewachsen. Geteilt. Geeint. Grenzgeschichte(n)“
Ab dem 16. April 2026 wird in der Grenzdokumentations-Stätte Lübeck-Schlutup die Ausstellung „Gewachsen. Geteilt. Geeint. Grenzgeschichte(n)“ aus der ehemaligen innerdeutschen Grenzregion“ gezeigt.
Sie führt vor Augen, wie sehr das Gebiet der Metropolregion Hamburg durch die deutsche Teilung beeinflusst und geprägt wurde. Die Eröffnungsveranstaltung am 16. April 2026 um 18:00 Uhr gibt den Auftakt und stellt das Projekt vor.
In der Ausstellung zeigt die Metropolregion Hamburg die Geschichte, Entwicklung und Prägung der Region mit ihrer rund 300 Kilometer langen ehemaligen innerdeutschen Grenze, die die heutigen Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt trennte.
Sie erzählt von der einstigen wirtschaftlichen Verflechtung der Region und den Auswirkungen der Teilung auf Mensch, Wirtschaft und Natur. Sie zeigt das Zusammenwachsen nach der Wiedervereinigung und wagt einen Blick in die Zukunft.
Es geht um das Leben entlang der zunächst noch durchlässigen Grenze nach dem Zweiten Weltkrieg, die dann weiter zu einer fast unüberwindbaren und tödlichen Grenze zwischen den deutschen Staaten ausgebaut wurde. Was bedeutete es, mit und an der innerdeutschen Grenze zu leben? Wie erlebten Menschen ihre Kindheit und ihr weiteres Leben im Zonenrandgebiet und wie im Sperrgebiet?
Die Ausstellung thematisiert die Freude über die überraschende Grenzöffnung, aber auch die Herausforderungen, die das Zusammenwachsen und die Neuordnung der Region an die Menschen stellte.
Im Rahmen des Leitprojekts „Grenzgeschichte(n)“ wurden an und in Erinnerungsorten in der Metropolregion Hamburg vielfältige Materialien gesichtet und Zeitzeugeninterviews erstellt, die in die Ausstellung eingeflossen sind. Auch der Verein der Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup e. V. stellte Material zur Verfügung und lässt Zeitzeug:innen zu Wort kommen.
Hintergrundinformation:
Im vergangenen Jahr wurden in der GDS umfangreiche Inventarisierungsarbeiten durchgeführt. Insgesamt wurden mit Hilfe einer finanziellen Förderung durch das Land Schleswig-Holstein rund 3.400 Sammlungsobjekte und Exponate dokumentiert, digitalisiert sowie historisch eingeordnet und fachgerecht eingelagert sowie Zeitzeug:innen Interviews geführt. Das Ziel dieser Arbeiten ist es, die Grundlagen für eine Neukonzeption einer zukünftigen Ausstellung zum ehemaligen Grenzgebiet zu schaffen. Der gesamte Transformationsprozess des Erinnerungsortes wird von der Possehl-Stiftung unterstützt. Die Hansestadt Lübeck bringt sich mit Personal und Sachmitteln ein.
Der Lübecker Ortsteil Schlutup war Deutschlands nördlichster Grenzübergang zur DDR und der einzige auf dem Gebiet einer Großstadt. Die Grenze erstreckte sich von der Ostsee bis zum Ratzeburger See und verlief über weite Strecken entlang der beiden Flüsse Trave und Wakenitz.
Öffnungszeiten:
Donnerstag 10:00 – 16:00 Uhr
Samstag 14:00 – 17:00 Uhr
Eintritt: frei
Führungen ab einer Gruppengröße von zehn Personen können hier angemeldet werden: anfragen@grenze-Lübeck.de
Ort: Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup, Mecklenburger Str. 12, 23568 Lübeck
https://www.grenze-luebeck.de/
Alle Informationen: www.metropolregion.hamburg.de/grenzgeschichten/
Foto © Metropolregion Hamburg
noch bis 25. Oktober 2026
„Trave – Taucher – Technik. Ohne Taucher geht es nicht!“
Mit der Ausstellung „Trave – Taucher – Technik. Ohne Taucher geht es nicht!“ rückt das Industriemuseum Herrenwyk erstmals eine Berufsgruppe ins Zentrum, deren Arbeit für die industrielle Entwicklung der Hansestadt unverzichtbar war, deren Bedeutung jedoch lange kaum wahrgenommen wurde.
Ab dem 18. April 2026 zeigt die von Rainer Wiedemann kuratierte Schau, welchen wesentlichen Beitrag Berufstaucher:innen über mehr als ein Jahrhundert zur Entstehung und Modernisierung der industriellen Infrastruktur entlang der Trave geleistet haben – von den großen Schiffsbauten der Flenderwerft bis zum Hafen vom Hochofenwerk in Herrenwyk.
Dabei gibt sie einen Überblick über die Geschichte des Tauchens von der Antike bis heute und legt einen Schwerpunkt auf die Rolle der Lübecker Firma Dräger, die seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts technische Geräte für das Tauchen entwickelt.
Zu den Highlights der ausgestellten Dräger-Objekte zählen eine historische Dekompressionskammer und frühe Helmtauchanzüge. Darüber hinaus werden zahlreiche Objekte aus Museen oder Tauchervereinen sowie von der Feuerwache Lübeck präsentiert.
Die Trave bildete über Jahrzehnte das Rückgrat der Lübecker Industrialisierung. Unterhalb ihrer Wasseroberfläche vollzog sich ein Großteil jener Arbeiten, die den Ausbau von Werftanlagen, die Reparatur großer Schiffe oder den Betrieb des Hochofenwerks erst möglich machten. Berufstaucher setzten Spundwände, legten Unterwasserleitungen, erkundeten Schäden an Rümpfen und führten Arbeiten aus, die unter schwierigen Bedingungen ein hohes Maß an technischem Können erforderten. Viele Prozesse, die für die industrielle Entwicklung der Stadt entscheidend waren, blieben der Öffentlichkeit verborgen, weil sie vollständig unter Wasser stattfanden.
Die Ausstellung macht diese unsichtbare Welt erstmals umfassend sichtbar und verdeutlicht, dass ohne die Taucher zentrale technische und wirtschaftliche Strukturen der Stadt nicht hätten entstehen können. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Vergangenheit. Auch heute ist der Beruf des Tauchers aus zahlreichen Bereichen nicht wegzudenken. Hafen- und Industriebetriebe entlang der Trave benötigen weiterhin regelmäßig Unterwassereinsätze und moderne Forschungseinrichtungen greifen zunehmend auf spezialisierte Tauchteams zurück, um ökologische Veränderungen, Meereserwärmung, Schadstoffablagerungen oder Munitionsaltlasten zu untersuchen.
Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig der Berufsalltag geworden ist: vom technischen Unterhalt großer Anlagen über Rettungseinsätze bis hin zur wissenschaftlichen Datenerhebung in Flüssen und Küstengewässern.
Viele Objekte stammen aus nicht öffentlich zugänglichen Sammlungen und wurden großzügig für die Ausstellung bereitgestellt. So entsteht ein eindrucksvoller Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt der Taucher:innen, der sowohl technische Aspekte als auch persönliche Erfahrungen berücksichtigt.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Rolle der Firma Dräger, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts entscheidende Impulse zur technischen Weiterentwicklung des Tauchens gegeben hat. Das Lübecker Traditionsunternehmen begann bereits 1906 mit der Erforschung geeigneter Atem- und Kreislaufgeräte und entwickelte im Laufe des Jahrhunderts zahlreiche international anerkannte Systeme.
Die Ausstellung zeigt diese Fortschritte anhand bedeutender Originale – darunter eine historische Dekompressionskammer von 1967, ein Dräger DM40 Bolzenhelm samt Helmtauchanzug und Zubehör, ein Leichttauchggerät sowie technisch ausgefeilte Kreislaufgeräte, die die berufliche Realität der Taucher:innen plastisch nachvollziehbar machen.
Eine große Zahl historischer Fotografien ergänzt diese technischen Exponate. Viele Aufnahmen wurden bislang nie öffentlich gezeigt und stammen aus den Archiven ehemaliger Taucher:innen, aus Beständen der Feuerwehr oder aus regionalen Museumsbeständen. Sie dokumentieren Arbeitsbedingungen, Gerätschaften und Einsatzsituationen und machen die Herausforderungen sichtbar, denen die Taucher:innen täglich ausgesetzt waren. Zugleich zeigen sie, wie sich technische Standards und körperliche Anforderungen im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.
Darüber hinaus ist anhand von Bild- und Texttafeln die lange Geschichte des Tauchens von der Antike bis heute nachzuvollziehen: Das faszinierende Apnoe-Tauchen der Muscheltaucher schon 4.500 v. Chr. in Ostasien oder die Schwammtaucher 2.500 v. Chr. bei den Griechen sind nicht in Vergessenheit geraten. Auch heute tauchen Hobbytaucher:innen und Berufstaucher:innen für die Wissenschaft ohne Hilfsmittel tief in die Gewässer. Die Bundesmarine verpflichtet alle U-Bootfahrer:innen zum Apnoe-Tauchen.
Die Ausstellung wurde finanziell gefördert von der Possehl-Stiftung sowie dem Verein für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur e. V., Frau und Kultur Lübeck e. V. und der von Keller-Stiftung.
Katalog:
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitkatalog, der die wichtigsten Inhalte zusammenfasst und vertieft. Dieser trägt den Titel der Ausstellung und ist im Museumsshop für 5 € erhältlich.
Begleitprogramm:
Begleitend zur Ausstellung ist ein breit gefächertes Programm geplant. Neben regelmäßigen Führungen finden Fachvorträge, Sonderführungen mit Expert:innen sowie ein Live-Tauchgang in der Trave statt. Den Auftakt macht gleich am Sonntag, 19. April 2026, um 11:00 Uhr eine Führung mit dem Ausstellungskurator Rainer Wiedemann. Gruppen und Schulklassen können das Thema im Rahmen individuell vereinbarter Termine vertiefen.
Öffnungszeiten:
Freitag 14:00 – 17:00 Uhr
Samstag und Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr
An Feiertagen, sofern diese auf einen Freitag, Samstag oder Sonntag fallen, entsprechend der regulären Öffnungszeiten geöffnet.
Eintritt: 7 €
Eintritt frei für: Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren | Schüler:innen, Student:innen und Auszubildende | FSJler:innen (Freiwilliges Soziales Jahr) | Inhaber:innen der LübeckCard und der Ehrenamtskarte | Schwerbehinderte mit mind. 50 GdB und ihre Begleitperson (B) | Mitglieder folgender Verbände: Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg e. V. | Deutscher Museumsbund e. V. | ICOM (International Council of Museums)
Tageskarte – Lübeck Day Pass 14 €
Ort: Industriemuseum Herrenwyk, Kokerstraße 1–3, 23569 Lübeck
https://industriemuseum-herrenwyk.de/
Foto © Frank Werthwein
noch bis 25. Oktober 2026
DIMENSIONEN DER FREIHEIT.
Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt
Mit Dimensionen der Freiheit widmet sich die Kunsthalle St. Annen erstmals umfassend dem Werk von Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen, zwei zentralen Positionen der europäischen Nachkriegsmoderne und wichtigen Vertreter:innen der CoBrA-Bewegung.
Mehr als 150 Arbeiten aus vier Jahrzehnten zeichnen die Entwicklung einer Bildsprache nach, die aus Widerstand, radikaler künstlerischer Selbstermächtigung und kollektiver Kreativität hervorging. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Dimensionen der Freiheit, von der künstlerischen Praxis über das politische und gesellschaftliche Engagement bis zu spirituellen Neuerungen.
Die Begegnung von Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen markierte den Beginn einer intensiven künstlerischen wie persönlichen Partnerschaft. Beide wandten sich früh gegen akademische Traditionen und schlossen sich den avantgardistischen Künstler:innengruppen Høst und Helhesten an, die während der deutschen Besatzung Dänemarks aktiv Stellung gegen die nationalsozialistische Ideologie bezogen und sich mit den verfemten Positionen der sogenannten „entarteten Kunst“ solidarisierten.
1948 wurden beide Künstler:innen Teil der internationalen CoBrA-Bewegung, die nach den Traumata des Zweiten Weltkriegs eine Kunst jenseits gesellschaftlicher und akademischer Zwänge vertrat. Als Gründungsmitglied beeinflusste Pedersen mit seinem gestisch-expressiven, von nordischer Mythologie, Folklore und Kinderzeichnungen geprägten Stil die Bewegung nachhaltig. Alfelt hingegen blieb ihrer eigenen Bild- und Formensprache treu. Ihre Arbeiten übersetzen Natur, Spiritualität und kosmische Vorstellungen in reduzierte und kristalline Bildräume aus Bergen, Monden und Sonnen, die sich bewusst von der Ästhetik von CoBrA unterschieden.
Über Jahrzehnte trat Alfelts Werk hinter dem ihrer männlichen Kollegen zurück. Wiederkehrende sexistische Zuschreibungen und strukturelle Ausgrenzung führen exemplarisch die prekäre Position von Künstlerinnen innerhalb der eigentlich progressiven und avantgardistischen Netzwerke der Nachkriegsmoderne vor Augen.
Umso bedeutender erscheint heute die künstlerische Beziehung des Paares, die von gegenseitiger Einflussnahme und Unterstützung geprägt war. Pedersen betonte wiederholt die grundlegende Rolle Alfelts für seine eigene Hinwendung zur Bildenden Kunst. Internationale Aufenthalte unter anderem in Island, Italien, Indien und Japan erweiterten ihre Motivwelten und führten zu kontinuierlichen formalen und thematischen Transformationen.
Die Ausstellung schließt mit Pedersens Spätwerk, das nach Alfelts Tod noch über drei Jahrzehnte aus dieser künstlerischen Verbindung schöpfte und sie zugleich reflektierte.
Für die Kunsthalle St. Annen besitzt die Ausstellung eine besondere sammlungshistorische und kulturpolitische Bedeutung. Mit ihren Schwerpunkten auf deutscher und skandinavischer Nachkriegskunst sowie ihrer geografischen Lage im deutsch-dänischen Grenzraum versteht sich die Präsentation zugleich als Ausdruck historischer und kultureller Verflechtung beider Länder. Damit wird die Ausstellung auch zu einem Statement für grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit, ein Gedanke, der tief im Werk beider Künstler:innen verankert ist.
Die erste großangelegte internationale Retrospektive wurde in Zusammenarbeit mit der Carl-Henning Pedersen Foundation, dem Vorsitzenden Finn Poulsen, dem ehemaligen Direktor des ARKEN Museums Christian Gether und dem Institut für Kulturaustausch entwickelt.
Begleitend entsteht ein vielschichtiges Vermittlungsprogramm, das die Ausstellung als offenen Denk- und Erfahrungsraum versteht. Mehrsprachige Rundgänge, Workshops und partizipative Formate in der Ausstellung sollen Hemmschwellen abbauen und neue Perspektiven auf Fragen von Freiheit, Kreativität und kollektiver Praxis eröffnen.
Öffnungszeiten:
Di – So 10:00 – 17:00 Uhr
Eintritt:
Erwachsene 9,- €
Tageskarte – Lübeck Day Pass 14 €
Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren und Ermäßigte frei
Ort: Kunsthalle St. Annen, St. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck
https://kunsthalle-st-annen.de/
Foto © VG-Bild Kunst, Carl-Henning Pedersen & Esle Alfelts Museum, Foto Ralf Søndergaard
noch bis 25. Oktober 2026
Installation
Benedikte Bjerre
„The Birds“
Pinguine in der Kunsthalle St. Annen
Die zeitgenössische Arbeit wird parallel zur Ausstellung „Dimensionen der Freiheit. Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt“ gezeigt.
Für die Installation füllt Bjerre den Ausstellungsraum mit Hunderten heliumgefüllter Ballons in Form von Pinguinen. Die Figuren bewegen sich frei im Raum, reagieren sensibel auf Luftströmungen und verändern fortwährend ihre Anordnung.
Die Künstlerin thematisiert mit ihrer Arbeit aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen. Die Verwendung industriell gefertigter, massenhaft produzierter Objekte verweist auf globale Produktions- und Konsumzusammenhänge und regt zum Nachdenken über den Umgang mit Natur, Ressourcen und Umwelt im Kontext von Klimawandel und ökologischen Veränderungen an.
Der Kaiserpinguin wurde erst jüngst als stark gefährdete Art eingestuft. Grund dafür ist vor allem das schwindende Meereis als Folge der menschengemachten Erderwärmung. Dies verleiht der Arbeit eine besondere Aktualität.
THE BIRDS ermöglicht einen interaktiven und sinnlichen Zugang zur Kunst: Die Besucher:innen können sich frei im Raum bewegen und die Installation aus unterschiedlichen Perspektiven erleben. Die Installation im Foyer der Kunsthalle St. Annen kann von allen Interessierten kostenfrei besucht werden und stärkt die Kunsthalle St. Annen als offenen Ort für die Stadtgesellschaft und des Austauschs zu drängenden Themen unserer Zeit.
Benedikte Bjerre (*1987) studierte nach einem Bachelor in Soziologie Bildende Kunst an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen sowie an der Städelschule in Frankfurt am Main. Sie lebt und arbeitet in Kopenhagen.
Öffnungszeiten:
dienstags – sonntags 10:00 – 17:00 Uhr
Eintritt: frei
Ort: Kunsthalle St. Annen, Foyer, St. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck
https://kunsthalle-st-annen.de
Foto © Gabriele Abbruzzese
noch bis 1. November 2026
8. Sandskulpturen-Ausstellung
„Zeitreise – Geschichte, Mythen & Kindheitsträume aus Sand“
Zum 8. Mal öffnet die Sandskulpturen Ausstellung am charmanten Travemünder Fischereihafen ihre Tore auf einer Fläche von 3.500 qm.
Ein internationales Team aus 16 Ländern fertigt die bis zu 7 Meter hohen Meisterwerke aus etwa 10.000 Kubikmetern Spezialsand.
Die Sandskulpturen Ausstellung findet witterungsunabhängig in überdachten Bootshallen statt.
Der Gastronomiebereich und ein Kindersandkasten runden dieses Erlebnis für die ganze Familie ab.
Öffnungszeiten:
täglich 10:00 – 18:00 Uhr, letzter Einlass um 17:30 Uhr
Eintritt (Tageskarte) 2026:
Erwachsene 13,50 €
Kinder (4 – 14 Jahre) 8,50 €
Rentner (65+), Schüler, Studenten, bei einer Schwerbehinderung 12,50 €
Familientickets:
2 Erwachsene und 2 Kinder (zwischen 4 -14 Jahre): 38,00 €
2 Erwachsene und 3 Kinder (zwischen 4 -14 Jahre): 40,50 €
2 Erwachsene und 4 Kinder (zwischen 4 -14 Jahre): 43,00 €
Ab einer Anzahl von 20 Personen, können wir Ihnen sehr gern Varianten mit einem Gruppenrabatt anbieten. Für weitere Informationen schreiben Sie uns bitte eine Email an moin@sandskulpturen-travemuende.de
Begleitheft: 2,00 €
Unsere Ausstellung ist mit dem Rollstuhl befahrbar.
Hunde dürfen an der Leine mit in die Ausstellung.
Ort: Bootshallen am Fischereihafen, Auf dem Baggersand 17/Travemünder Landstraße 306, 23570 Lübeck-Travemünde
Parkplatz „Am Fischereihafen“ ganz in der Nähe!
www.sandskulpturen-travemuende.de
www.facebook.com/sandskulpturentravemuende
noch bis 1. November 2026
ERNST BARLACH – KÄTHE KOLLWITZ: WAS IST DENN VATERLAND?
Was ist denn Vaterland?
Es ist doch nichts als der Fleck Land, auf dem man geboren ist, wo man aufgewachsen ist zwischen Vater und Mutter, wo man in die Sprache und Landschaft hereingewachsen ist. Des Menschen Vaterland – auch des von Deutschen abstammenden – kann überall in der Welt sein. Der Begriff von Ehre ist da noch gar nicht vorhanden, nur von Heimat. Ein Gefühl von Wärme und Liebe ist um das herum was man Heimat nennt.
Käthe Kollwitz, Tagebuch 1943
Im Dialog der Werke von Barlach und Kollwitz geht es um sehr aktuelle Fragen, die sie sich schon vor mehr als 100 Jahren gestellt haben:
Wie kommen wir zu einer gerechten Gesellschaft?
Wie übernehmen wir Verantwortung füreinander?
Wie schützen wir diese Erde?
Und wie vermeiden wir die Kriege, die immer wieder im Namen von Identität und Besitz geführt werden?
Beide sahen die Aufgabe ihrer Kunst darin, diese Welt aus einem tiefen humanistischen Verständnis heraus verändern zu wollen. Käthe
Kollwitz schuf eine Fülle sozialkritischer Werke. Ihr Augenmerk galt den ärmsten Menschen. Sie zeichnete sehr persönliche und individuelle Porträts. Ungewöhnlich für die damalige Zeit sind darunter viele Darstellungen von Frauen, Müttern und Kindern.
Ernst Barlach hingegen kann als Mystiker der Moderne beschrieben werden. Seine Menschenbilder tragen wenige individuelle Merkmale. Sie verkörpern universelle Zustände des Lebens, suchen den philosophischen Diskurs über die Welt, wie sie war, wie sie ist und wie sie werden kann.
Beiden künstlerischen Positionen ist die Wahrnehmung des Unerträglichen gemeinsam, die Empörung über unsere Handlungen und unsere Lebensweise als Menschen. Ihre Kunstwerke stammen aus jener Zeit, in der die Konzepte für Fortschritt und Wachstum entstanden sind, mit denen wir uns bis heute auseinandersetzen. Für uns hat ihre Kunst eine neue Relevanz: Menschlichkeit, sozialer Zusammenhalt, gerechte Teilhabe und die Regeneration unserer natürlichen Lebensgrundlagen werden definitiv entscheiden. In dieser Ausstellung greifen Vergangenheit und Zukunft ineinander als Erfahrung, die nachwirkt, und als Möglichkeit, die neu gedacht werden kann.
Bedeutet das Wort Vaterland Sicherheit und Zukunft?
Sollten wir nicht beginnen, von Mutterland zu sprechen, einem Ort der Fürsorge, der Verantwortung und der Nachhaltigkeit?
Die Ausstellung ist Teil der Konzeption Museum multimedial.
Sie wird begleitet von zahlreichen interaktiven Angeboten, Kontextfilmen und einer umfangreichen digitalen Timeline, die einladen, politische, kulturelle, werk- und lebensgeschichtliche Ereignisse zu erforschen.
Für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren bieten wir ein digitales Gaming Programm an. Für Schulklassen können Jahrgangs und Fächer spezifische Führungen und Workshops gebucht werden.
Öffnungszeiten:
donnerstags – sonntags und feiertags 11:00 – 18:00 Uhr
Eintritt: 10 €
ermäßigt für Schüler, Studenten und Gruppen ab 10 Personen 8 €
Angemeldete Schulklassen 3 €
Führungen für Gruppen und Workshops für Schulklassen sind außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Gebühr pro Gruppe 120 € zzgl. zum Eintrittspreis. Telefonische Anmeldung: 04103.918291, E-Mail: kontakt@ernst-barlach.de
Ort: Ernst Barlach Museum, Barlachstraße 3, 23909 Ratzeburg
www.ernst-barlach.de
noch bis 22. November 2026
„Alfred Mahlau. Festzug 1926“
Alfred Mahlaus Zeichnungen zum Lübecker Festzug 1926
Im frisch sanierten Lübecker Museum Behnhaus Drägerhaus sind ab dem 6. Juni in der Ausstellung „Alfred Mahlau. Festzug 1926“ die Aquarelle zu sehen, die der Maler und Grafiker Alfred Mahlau für den Festzug zur 700-Jahrfeier der Reichsfreiheit Lübecks im Jahr 1926 geschaffen hat.
In zahlreichen Szenen führte dieser Festzug, der sich vor exakt 100 Jahren durch die übervolle Innenstadt bewegte, Lübecks wechselvolle Vergangenheit vor Augen. Die Aquarelle sind als 16 Meter lange Rolle erhalten, die seit ihrer Schenkung durch den Künstler noch im Jahr der Feier wohl nicht mehr öffentlich präsentiert wurde.
Die Ausstellung „Alfred Mahlau. Festzug 1926“ wurde durch die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck gefördert und vom Team rund um Museumsdirektor Dr. Alexander Bastek gemeinsam mit dem Historiker Dr. Jan Zimmermann kuratiert. Sie wird im Rahmen des diesjährigen Lübecker HanseKulturFestivals eröffnet und ist Teil der Veranstaltungen, die 2026 an die Verleihung der Reichsfreiheit an die Hansestadt Lübeck vor nunmehr 800 Jahren erinnern.
Vom 3. bis zum 6. Juni 1926 feierte Lübeck 700 Jahre Reichsfreiheit. Damit wurde an die Ausstellung und Übergabe des „Reichsfreiheitsbriefs“ im Jahr 1226 durch Kaiser Friedrich II. erinnert. Diese Urkunde gilt als wesentliche Voraussetzung für Lübecks weiteren Aufstieg zum Haupt der Hanse. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten fand am Abschlusstag, dem 6. Juni 1926, ein historischer Festzug statt, bei dem anhand von zahlreichen Szenen Lübecks Geschichte eindrücklich ins Leben gerufen und Hoffnung für eine an diese bedeutsame Vergangenheit anknüpfende Zukunft geweckt werden sollte.
Den Auftrag zur Gestaltung des historischen Festzugs erhielt der aufstrebende Grafiker und Künstler Alfred Mahlau (1894 – 1967), der in Lübeck bereits für die Gestaltung des Festplakats zur „Nordischen Woche“ 1921 bekannt war. Schon damals zeichnete sich seine Arbeit durch einfache, stilisierte Darstellungen und Gebäudeformen aus, wie sie von den noch heute genutzten Logos der Firma J.G. Niederegger und der Schwartauer Werke bekannt sind, die er entwarf.
Zudem hatte er sich bereits als Bühnen- und Kostümbildner in Lübeck und Breslau einen Namen gemacht. Sein Ziel war von Anfang an nicht der Anspruch, in dem Festzug eine vermeintliche historische „Echtheit“ zu vermitteln, die ihm unzeitgemäß erschien. Viel wichtiger war ihm die zeitlose, stilisierte und künstlerisch ansprechende Darstellung der Figuren und Architekturen. Darüber hinaus war Mahlau vermutlich auch mit der praktischen Umsetzung des Festumzugs wie der Regie und der Musikauswahl betraut, was jedoch aufgrund fehlender Aufzeichnungen nicht mehr genau nachvollzogen werden kann.
Bei den Zeichnungen Mahlaus zum Festzug handelt es sich um farbige Aquarelle auf 36 Papierbögen. Beginnend mit der Überbringung des Lübecker Reichsfreiheitsbriefes 1226 über Lübecks Vergangenheit als „Haupt der Hanse“, das Zeitalter der Pest, Aufstieg und Fall des Bürgermeisters Wullenwever und die napoleonische Zeit bis hin den ersten Errungenschaften der Industrialisierung wie der Eisenbahn, dem ersten Dampfschiff und der Eröffnung des Elbe-Trave-Kanals stellen sie Lübecks Stadtgeschichte dar.
Die Zeichnungen der Rolle zeigen die Fähigkeit Mahlaus, mit wenigen, schnell gesetzten Strichen und sparsamen Farbtupfern Figuren und Bewegungen ins Bild zu setzen. Notizen und Kommentare auf der Rolle geben Aufschluss über Ergänzungen und Streichungen im fortschreitenden Planungsprozess. So fügte Mahlau beispielsweise erst nachträglich auf ausdrücklichen Wunsch des Festausschusses die für das Lübecker Stadtbild charakteristischen Gebäudesilhouetten wie die des Holstentors, des Rathauses oder des Burgtors ein.
Einige Motive, die der Künstler skizziert hatte, wurden für die Umsetzung des Festzugs gestrichen, darunter zum Beispiel der Erste Weltkrieg, dessen Darstellung die Feierlichkeiten vermutlich noch zu sehr belastet hätte. Andere Szenen des Festumzugs dagegen finden sich nicht in Mahlaus Zeichnungen, so zum Beispiel das Motiv einer Werft ganz am Ende des Festzugs.
Bis kurz vor der Feier gab es noch Änderungen, weswegen sich nur anhand von Fotos und wenigen Filmaufnahmen die tatsächlich realisierten Auftritte rekonstruieren lassen.
Für das Museum Behnhaus Drägerhaus handelt sich bei der „wiederentdeckten“ Rolle mit den Aquarellen um einen echten Glücksfund. Alfred Mahlau selbst hatte die Rolle 1926 dem Museum geschenkt, doch nach ihrer Inventarisierung durch Museumsdirektor Carl Georg Heise blieb sie unbeachtet und wurde auch in einem vor einigen Jahren erschienenen Werkverzeichnis nicht erwähnt. Dabei fügt sie sich perfekt in die Sammlung des Hauses ein, da das vielfältige Gesamtwerk dieses bedeutenden Künstlers und Grafikers schon seit den 1920er Jahren – dem „Geburtsjahrzehnt“ des Behnhauses als Museum – eine wesentliche Rolle spielt.
Das Museum Behnhaus Drägerhaus verfügt über einen großen Bestand von Mahlaus Werken, der teils durch den Lübecker Museumsdirektor Carl Georg Heise in den 1920er Jahren erworben wurde, teils als Schenkung in die Sammlung gelangte.
In einem mehrjährigen Projekt werden diese Arbeiten, darunter Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Plakate und Fotografien, mit Förderung der Firma J. G. Niederegger und der Schwartauer Werke nun erschlossen und für Forschungsprojekte und Ausstellungen nutzbar gemacht.
Katalog
Zur Ausstellung „Alfred Mahlau. Festzug 1926“ ist ein Begleitheft erschienen, das im Shop des Museums Behnhaus Drägerhaus ab sofort für 14,90 € käuflich zu erwerben ist.
Begleitprogramm
Begleitend zur Ausstellung sind jeden zweiten Donnerstag einstündige „After Work“-Rundgänge jeweils um 16:00 Uhr geplant.
Öffnungszeiten:
dienstags – sonntags 10:00 – 17:00 Uhr
Eintritt: 7 €
Freier Eintritt für:
Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren | Schüler:innen, Student:innen und Auszubildende | FSJler:innen (Freiwilliges Soziales Jahr) | Inhaber:innen der LübeckCard und der Ehrenamtskarte | Schwerbehinderte mit mind. 50 % GdB und ihre Begleitperson (B) | Mitglieder folgender Verbände: Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg e. V. | Deutscher Museumsbund e. V. | ICOM (International Council of Museums)
Tageskarte – Lübeck Day Pass 14 €
Ort: Museum Behnhaus Drägerhaus, Königstraße 9 – 11, 23552 Lübeck
https://museum-behnhaus-draegerhaus.de
Foto © Museum Behnhaus Drägerhaus
noch bis 8. Dezember 2026
„Munition im Meer – Das explosive Erbe“
Die letztjährige Sonderausstellung „Munition im Meer – Das explosive Erbe“ im Museum für Regionalgeschichte in Pönitz wurde auf Grund der großen Resonanz und Aktualität ergänzt und aktualisiert und ist nun wieder regelmäßig geöffnet. Alle Objekte und Leihgaben werden weiterhin gezeigt.
Das Regionalmuseum thematisiert mit der Sonderausstellung „Munition im Meer“ die Bergung der Munitionsaltlasten in der Ostsee, dazu gehören die Methoden, mit denen die Munition aufgespürt und kartiert wird, die Bergungskonzepte, die Gefahren, die von den rostenden Waffen für Mensch und Tier ausgehen und die Geschichte der Munitionsverklappungen.
Das ehrenamtlich arbeitende Museumsteam erhielt Informationen zum aktuellen Stand von den Wissenschaftlern und Praktikern, die an der Meeresuntersuchung, der Pilotbergung und an der Erforschung der Gefahren, die von den Altlasten ausgehen, beteiligt sind und hat diese in die Ausstellung eingearbeitet.
Die umfangreiche Begleitbroschüre zur Ausstellung, die alle Themen enthält, ist auch weiterhin für 6 € im Museum erhältlich.
Öffnungszeiten:
dienstags 15:00 – 18:00 Uhr
samstags und sonntags 14:00 – 17:00 Uhr
Besuche und Führungen für Gruppen und Schulklassen außerhalb der Öffnungszeiten kann man per E-Mail unter
museum@museum-scharbeutz.de vereinbaren.
Eintritt: frei
Ort: Museum für Regionalgeschichte, Lindenstraße 23, 23684 Scharbeutz/Pönitz
https://museum-scharbeutz.de/
www.facebook.com/MuseumScharbeutz
Foto © Gerda Petrich
noch bis 10. Januar 2027
»Helme Heine – Es war einmal …«
Mit der Ausstellung „Helme Heine: Es war einmal …“ widmet sich das Günter Grass-Haus einem der be deutendsten Bilderbuchkünstler unserer Zeit.
Seine Bücher wurden über 25 Millionen Mal verkauft und in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Seine Figuren – etwa der kleine Drache „Tabaluga“ oder die „Freunde“ Johnny Mauser, Franz von Hahn und der dicke Waldemar – sind weltweit bekannt.
Im vergangenen Jahr verstarb der große Schöpfer kleiner Bildwelten in seinem neuseeländischen Zuhause am Meer. Die Ausstellung ist die erste Retrospektive seit seinem Tod.
Neben Illustrationen aus seinen Klassikern — etwa die „Freunde“ aus Mullewapp oder der kleine grüne Drache Tabaluga – zeigt die Schau vor allem neuere Arbeiten von Helme Heine. Diese illustrieren mit feinem Humor zentrale gesellschaftliche Themen unserer Zeit wie Klimawandel, Migration, Geschlechtergerechtigkeit, Frieden und Demokratie.
Im Zentrum der Ausstellung stehen Angebote für Kinder. Herzstück ist ein begehbares, aus Holz gefertigtes „Mullewapp“-Dorf, das die einzigartige Phantasiewelt Helme Heines räumlich erfahrbar macht und zum Entdecken, Spielen und Staunen einlädt.
Erstmals wird eine Ausstellung des Museums auf die benachbarte Kinder- und Jugendbibliothek der Stadtbibliothek Lübeck ausgeweitet, um eine möglichst breite Zielgruppe zu erreichen.
Zudem werden Werke präsentiert, die der Künstler eigens für das Günter Grass-Haus geschaffen hat und die auf den Literaturnobelpreisträger und Lübeck Bezug nehmen.
Ergänzt werden diese Arbeiten durch Dokumentationen des letzten, bewegenden Besuchs der Kuratoren beim Künstler im bayerischen Prutting kurz vor seinem Tod. Eine Begegnung, die die Arbeit an der Ausstellung auf besondere Weise prägte und inspirierte.
Zur Ausstellung erscheint ein farbenfroher Katalog mit Texten von Helme Heine und seiner Frau Gisela von Radowitz im Athesia Verlag.
Die Ausstellung wurde am 26. April 2026 um 15:00 Uhr im Beisein des Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein Daniel Günther, Helme Heines Sohn Christoph von Radowitz und der weltberühmten Kinderbuchautorin Cornelia Funke eröffnet.
Öffnungszeiten:
Montag – Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr
Feiertage:
Geschlossen am : 24.12., 25.12, 31.12 und 01.01.
Geöffnet: Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit, 2. Weihnachtsfeiertag
Eintritt: 9 €
Freier Eintritt für: Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren | Schüler:innen, Student:innen und Auszubildende | FSJler:innen (Freiwilliges Soziales Jahr) | Inhaber:innen der LübeckCard und der Ehrenamtskarte | Schwerbehinderte mit mind. 50 GdB und ihre Begleitperson (B) | Mitglieder folgender Verbände: Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg e.V. | Deutscher Museumsbund e.V. | ICOM (International Council of Museums)
Tageskarte – Lübeck Day Pass 18 €
Ort: Günter Grass-Haus, Glockengießerstraße 21, 23552 Lübeck
https://grass-haus.de/
1. Juli – 31. August 2026
Fabian Syrbe
„Denn sie wissen, was sie tun“
Dauerausstellung/Installation im Artefactum
Mit seiner Installation „Denn sie wissen, was sie tun“ setzt sich Fabian Syrbe kritisch mit dem Verhältnis Mensch und Natur auseinander.
Ausgangspunkt der Arbeit war die öffentliche Reaktion auf die Strandung des Buckelwals „Timmy“ an der Ostseeküste, die weltweit mediale Aufmerksamkeit erregte.
Die Installation hinterfragt die Ursachen dafür, dass es unserer Gesellschaft bislang nicht gelingt, ein nachhaltiges und verantwortungsvolles Verhältnis zur natürlichen Umwelt zu entwickeln.
Sie thematisiert die Verantwortung des Einzelnen, der Politik und der Wirtschaft gegenüber zukünftigen Generationen und stellt die Frage, ob wirtschaftliches Wachstum und die fortschreitende Ausbeutung natürlicher Ressourcen tatsächlich zu mehr Lebensqualität führen.
Syrbes Arbeit versteht sich als Aufforderung zur Reflexion über die Folgen menschlichen Handelns und über die Notwendigkeit eines respektvollen Umgangs mit den natürlichen Grundlagen unseres Lebens.
Vernissage 01.07.2026 um 19:00 Uhr
Öffnungszeiten:
donnerstags und freitags 16:00 – 19:00 Uhr
samstags und sonntags 13:00 – 18:00 Uhr
Eintritt: frei
Ort: Kunsttankstelle Lübeck, Wallstraße 3 – 5, 23560 Lübeck
https://defacto-art.org/
10. – 19. Juli 2026
Sascha Wien
„Stadt, Natur und Mensch“
Ausstellung Malerei
Im Mittelpunkt der Arbeiten von Sascha Wien steht das Spannungsverhältnis Mensch, Natur und Technologie. In Malerei, Druckgrafik, Plastik und Objektkunst thematisiert er den Menschen als verletzliches biologisches Wesen und zugleich als Schöpfer einer technischen Umwelt, die ihn zunehmend prägt und beherrscht.
Formal begegnen sich harte, technisch wirkende Strukturen und fragile organische Formen. Wiederkehrende Themen sind Vergänglichkeit, Alterungsprozesse sowie die Folgen menschlicher Eingriffe in Natur und Umwelt.
In neueren Arbeiten fließen zudem Aspekte der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz ein. Fragmentierende Muster überlagern menschliche und natürliche Motive, erzeugen Wahrnehmungs-irritationen und verweisen auf die zunehmende Auflösung der Grenzen zwischen analoger Realität und digitaler Welt.
Entdecken Sie selbst die Ambivalenz des technischen Fortschritts und die daraus entstehenden Veränderungen des menschlichen Lebensraums in seiner Ausstellung.
Vernissage 10.07.2026 um 19:00 Uhr
Öffnungszeiten:
donnerstags und freitags 16:00 – 19:00 Uhr
samstags und sonntags 13:00 – 18:00 Uhr
Eintritt: frei
Ort: Kunsttankstelle Lübeck, Wallstraße 3 – 5, 23560 Lübeck
https://defacto-art.org/
Foto © Sascha Wien
31.Juli – 9. August 2026
„Homo digitalis“
Gerd Rehme
Homo digitalis – Der Mensch im Zeitalter der Algorithmen
Was bedeutet es heute, Mensch zu sein?
Die Ausstellung „Homo digitalis“ beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld Mensch, Technologie und Künstlicher Intelligenz.
In seinen Werken verbindet der Künstler klassische Kunst mit Materialien der digitalen Welt wie Computerplatinen, elektronischen Bauteilen und Leiterbahnen. Dabei entstehen Bildkompositionen, in denen sich menschliche Formen und technologische Strukturen zu einer neuen visuellen Realität verbinden.
Ein besonderes Highlight der Vernissage ist der Auftritt des humanoiden Roboters Unitree G1, der gemeinsam mit dem Künstler die Ausstellung eröffnet.
Die Ausstellung lädt dazu ein, über die Rolle des Menschen in einer zunehmend digitalisierten Welt nachzudenken.
Vernissage 31.07.2026 um 19:00 Uhr
Öffnungszeiten:
donnerstags und freitags 16:00 – 19:00 Uhr
samstags und sonntags 13:00 – 18:00 Uhr
Eintritt: frei
Ort: Kunsttankstelle Lübeck, Wallstraße 3 – 5, 23560 Lübeck
https://defacto-art.org/
Foto © Gerd Rehme
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